Bin ich Spielzeug oder Müll?

Wenn Puppen auf den Selbstfindungstrip gehen: „Toy Story 4“

Eigentlich schien die Idee eines vierten Teils von „Toy Story“ nach dem großartigen Finale des dritten Filmes schrecklich. Und doch ist „A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando“ mindestens so bezaubernd wie seine Wegbereiter. Die „Toy Story“-Serie hat sich schon immer mit den großen Fragen der Existenz beschäftigt — durch die Heldentaten des batteriebetriebenen Raumfahrers Buzz und eines Cowboys mit einer Ziehschnur im Rücken, Woody.

Spielzeugbesitzer Andy ist im vierten Teil auf dem College und hat seine Spielsachen der kleinen Bonnie (Madeleine McGraw) gegeben. Die ruhmreichen Tage von Woody als Liebling sind also vorüber. Die Puppe Dolly hat jetzt das Sagen, während Bonnies neues Lieblingsspielzeug aus Abfallresten besteht. Bonnie hat Forky selbst gebastelt: aus einer löffelartigen Gabel, Pfeifenreiniger, Wackelaugen und einem Eisstiel.

Sich an eine gebrauchte Serviette zu kuscheln …

Leider kann er zunächst nur „Müll“ sagen, was auch alles ist, was er denkt, dass er ist. Er sehnt sich danach, in die nächste Mülltonne zu springen, sich an eine gebrauchte Serviette zu kuscheln und die gruselige Welt zu vergessen, in die er geboren wurde. Woodys Mission besteht nun darin, Forkys Selbstmordversuche abzufangen und den kleinen Kerl davon zu überzeugen, dass Spielzeug zu sein, eine edle Berufung ist und dass die Freude, die es bringt, Grund genug ist, weiterzuleben. Woody begegnet auch seiner alten Flamme Bo Peep, einer Schäferin aus Porzellan. Sie ist ein „verlorenes Spielzeug“ und führt ein selbstbestimmtes Leben.

Thematisch geht es in „Toy Story 4“, geschrieben von Andrew Stanton, Stephany Folsom und Regisseur Josh Cooley, vor allem um die Unvermeidlichkeit von Veränderungen. Nachdem sie jahrelang nur zum Vergnügen ihrer Besitzer existiert haben, beginnen wir zu sehen, was passiert, wenn unsere Helden anfangen, über ihren wahren Zweck nachzudenken und über die Rollen hinauswachsen. M. Steinhart

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