Bio oder Gift? Aufregung um Grünen-Wahlplakat

Scharfe Kritik von Ministerin Köstinger, OÖVP und heimischen Bauernvertretern an Wahl-Kampagne

Die Wut der heimischen Bauernschaft haben sich die Grünen mit ihrer aktuellen Plakatkampagne zugezogen. Das Sujet „Bio oder Gift“ rief zahlreiche negative Reaktionen – selbst Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger reagierte am Dienstag auf die umstrittene Kampagne.

„Das aktuelle Wahlkampf-Sujet der OÖ-Grünen mit dem Slogan ‚Bio oder Gift‘ ist respektlos, primitiv und populistisch“, so die Ministerin. „Wer traditionelle Landwirtschaft mit Giftspritzen gleichsetzt, betreibt eine pauschale Verunglimpfung der Bäuerinnen und Bauern, die ich nicht akzeptieren werde“, so Köstinger.

„Die Hetze gegen einen gesamten Berufsstand, die hier von den Grünen betrieben wird, kennen wir bislang nur von Parteien am äußersten rechten Rand“, betonte die Ministerin weiter. Auch Landwirtschaftskammer-OÖ-Präsidentin Michaela Langer-Weninger sprang den Bauern zur Seite.

„Mir fehlen die Worte“

„Da geht der Wahlkampf zu weit – wenn das Niveau fehlt, fehlen mir die Worte. Diesen Schlag ins Gesicht aller unserer Bäuerinnen und Bauern toleriere ich nicht – unsere Bäuerinnen und Bauern werden als Giftspritzer hingestellt. Alle unsere Betriebe, Bio und konventionell, arbeiten umsichtig und verantwortungsvoll“, kritisierte Langer-Weninger den Grünen-Wahlkampf.

„Niveaulos und dreckig“

„Solche niveaulosen Plakate haben nichts mehr mit Wahlkampf zu tun, sondern sind abscheulichste Hetze gegen jene Personen, die euch drei Mal täglich den Tisch decken!“, empörte sich auch die heimische Jungbauernschaft auf ihrer Facebookseite, wo sie auch vom zweifelsohne dreckigsten Wahlplakat in der Geschichte der oberösterreichischen Wahlkämpfe spricht.

OÖVP gegen Spaltung

Auch OÖVP-Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer kritisierte die Plakataufmachung der Grünen und forderte mehr Zusammenhalt. „Wir werden in Oberösterreich keine Spaltung der Bauernschaft zulassen. Die Plakate der Grünen sind Gift für den Zusammenhalt in Oberösterreich. Die Landwirtschaft in Oberösterreich steht nämlich in ihrer Gesamtheit für Regionalität, Qualität und Nachhaltigkeit. Den Versuch der Grünen, die konventionell arbeitenden Bäuerinnen und Bauern in ein schiefes Licht zu rücken, weisen wir daher entschieden zurück“, so Hattmannsdorfer über die Plakatkampagne.

Nicht nur Bio oder Gift

Er betonte auch die grundlegenden Fehler der Kampagne. „Mit diesem Plakat stellen die Grünen die These auf, es gebe im Angebot der Landwirtschaft nur die Variante Bio und eine Variante Gift. Diesen Vorwurf lassen wir auf unseren Bäuerinnen und Bauern nicht sitzen“, so der OÖVP-Landesgeschäftsführer.

Er verstehe den Aufruhr in der Bevölkerung und die Weigerung grüner Funktionäre, die Plakate überhaupt aufzustellen. „Oberösterreich braucht gerade jetzt Zusammenhalt und Zusammenarbeit. Das sollten auch die Grünen beherzigen – und nicht dazu übergehen, die eigene ‚Mit-Dir-Kampagne‘ zu einer ‚Gegen-Dich-Kampagne‘ umzustylen“, appellierte Hattmannsdorfer.

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Kaineder reagierte

Am Dienstag reagierte dann auch der Grüne-Spitzenkandidat Stefan Kaineder auf die Vorwürfe. Er sprach von einer konzertierten Kampagne des Bauernbundes. „Jenes Bauernbundes, der sich nun als empörte Schutzmacht der heimischen BäuerInnen präsentiert, aber es nicht zustande bringt, die Lage der vielen kleinen und mittleren Landwirtschaftsbetriebe im Land zu verbessern“, polterte Kaineder.

Und weiter: „Das Plakat richtet sich gegen die multinationale Agrarindustrie und nicht gegen die konventionelle heimische Landwirtschaft. Und vor allem richtet sich unser Plakat an die KonsumentInnen. Denn sie sind es, die durch ihr Kaufverhalten die regionale und biologische Landwirtschaft stärken können“, begründete der Grünen-Politiker die Intention hinter der umstrittenen Kampagne.

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