Bis auf Weiteres keine Skilehrerkurse mehr in Salzburg

Der am Donnerstag bekannt gewordene Corona-Cluster bei einem Skilehrerkurs in Flachau (Pongau) ist bis Freitagabend auf 42 mittels PCR-Test bestätigte Fälle gewachsen. 122 Abstriche waren negativ, acht Ergebnisse noch offen. Der Ausbruch hatte zuletzt hohe Wellen geschlagen. Skilehrerkurse in Salzburg wurden bis auf Weiteres abgesagt. Landeshauptmann Wilfried Haslauer hat mit dem Salzburger Skilehrerverband diesen Konsens vereinbart.

Laut dem Obmann des Skilehrerverbandes, Gerhard Sint, wurden alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten. Am 24. Jänner wird ein Corona-Massentest in Flachau durchgeführt. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) begrüßte die „sehr schnelle“ Reaktion Salzburgs, sagte er am Rande einer Pressekonferenz in Wien. Der Gesundheitsminister kündigte für Freitag noch eine Videokonferenz mit den Bundesländern an, bei der derartige Rechtsfragen, „wie könnte man das Thema grundsätzlich lösen“, angesprochen werden sollten. Bei der Salzburger Entscheidung handle es sich aber um „freiwillige Übereinkommen“, betonte Anschober.

Da es sich bei Skilehrerkursen um eine Berufsausbildung handelt, dürfen diese auch im Corona-Lockdown stattfinden. Geregelt ist das im Bundesgesetz, zuständig ist das Gesundheitsministerium. Dennoch habe das Land Salzburg jetzt in einem Konsens mit dem Salzburger Berufsski- und Snowboardlehrer Verband (SBSSV) die Vorsorge getroffen, dass unter den derzeitigen Rahmenbedingungen vorerst keine Skilehrerkurse mehr stattfinden. „Unsere Experten prüfen gerade, ob es gesetzliche Möglichkeiten für das Land Salzburg gibt“, sagte ein Sprecher des ÖVP-Landeshauptmannes gegenüber der APA.

Um aber schon jetzt rasch reagieren zu können und weitere Cluster zu vermeiden, habe Haslauer in Gesprächen mit den Verantwortlichen des Skilehrerverbandes die Absage der Kurse in Salzburg, auch der derzeit laufenden Kurse in Obertauern und Maria Alm, erwirken können. Es bestehe jetzt die verständliche Sichtweise, dass es für die Bevölkerung schwer einzusehen ist, wenn in einem Lockdown, in dem quasi nichts erlaubt ist, Skilehrerkurse stattfinden, hieß es aus dem Büro des Landeshauptmannes.

Der Obmann des Salzburger Skilehrer-Verbandes, Gerhard Sint, gab dazu am frühen Nachmittag eine Stellungnahme ab. „Für uns ist die Gesundheit am wichtigsten, daher haben wir uns für diesen Weg entschieden, bis auf weiteres keine Kurse mehr abzuhalten“, erklärte er in einer Aussendung. „Ich möchte betonen, dass alle gesetzlichen Vorgaben und vorgeschriebenen Maßnahmen für die Abhaltung der Skilehrerausbildung penibel eingehalten wurden.“

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Das Ausbildungs-Präventionskonzept habe bisher auch funktioniert. Mehr als 1.000 Teilnehmer hätten die Aus-, Fort- und Weiterbildungen des SBSSV seit dem ersten Lockdown im März 2020 ohne Zwischenfälle absolviert. „Wie es zu den Infektionen in Flachau kam, kann derzeit noch nicht gesagt werden. Daher haben wir bis zur Ursachenfindung der Infektion sämtliche Kurse abgesagt beziehungsweise bis auf weiteres verschoben. Wir arbeiten mit Hochdruck eng mit der Gesundheitsbehörde zusammen“, erklärte Sint.

Seit Wiederaufnahme der SBSSV-Ausbildungstätigkeiten im Sommer 2020 liegen diesen ein Covid-19-Präventionskonzept zugrunde. Dies beinhalte auch den Nachweis eines negativen, nicht länger als vor 24 Stunden durchgeführten Corona-Testes zum Antritt zur Ausbildung, weiters einen praktischen Unterricht in Kleingruppen im Freien sowie Theorieunterricht und Besprechungen via Distance-Learning-Tools (Zoom). „Erst wenn sich die allgemeine Situation wieder entspannen kann und wir die Ursache der Infektionen in Flachau identifizieren können, werden wir als Berufsverband wieder andenken, Aus-, Fort- und Weiterbildungen anzubieten“, erklärte SBSSV-Ausbildungsleiter Klaus Burgschwaiger.

Insgesamt wurde bei 172 Personen des Lehrgangs ein PCR-Rest vorgenommen – es handelt sich um Teilnehmer, Ausbildner und Personal. Das Contact-Tracing ergab bis dato 105 Kontaktpersonen der Kategorie 1 und fünf der Kategorie 2. Die bestätigten infizierten Personen sowie die Kontakte werden auf Anordnung der Behörde vorsorglich in verschiedenen Unterkünften untergebracht. Alle betroffenen Personen und ihre engen Kontakte befinden sich in häuslicher Quarantäne.

Da unter den positiv Getesteten auch zwei Briten sind, wurden Proben zur Sequenzierung zur AGES nach Wien eingeschickt. Die Betroffenen zeigten teils milde Symptome und befinden sich in Quarantäne.

Wegen der Corona-Fälle bei dem Skilehrerkurs wird am kommenden Sonntag von 8.00 bis 18.00 Uhr im Covid-Testzentrum Ordination Dr. Harald Breitfuß in Flachau ein freiwilliger, kostenloser Massentest ohne Anmeldung durchgeführt. Damit soll das Infektionsgeschehen in der Gemeinde möglichst gut eingegrenzt werden.

Die 17 positiv auf die Coronavirus-Mutation getesteten britischen Staatsbürger, die im Tiroler Jochberg an einem privaten Vorbereitungskurs für eine Skilehrer-Ausbildung teilgenommen haben sollen, sind mittlerweile nicht mehr in Quarantäne, sagte der Leiter des Corona-Einsatzstabes des Landes, Elmar Rizzoli, der APA am Freitag. Sie hielten sich allerdings nach wie vor in Jochberg auf. „Und sie sind auch rechtmäßig hier“, betonte Rizzoli.

Erhebungen, ob alle Vorgaben bei dem Kurs eingehalten wurden, waren vorerst weiter im Laufen. Befragungen der Behörden in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt hatten ergeben, dass die Betroffenen keine Dauerpartys feierten, wie britische Medien berichtet hatten. Die Jochberger Bevölkerung hatte sich nicht mit dem mutierten Virus infiziert, wie Massentests ergaben.

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