Meinung

von Manfred Maurer

Blinder Kuschler

Kommentar zum Kuschelkurs mit Erdogan.

Alle kuscheln jetzt mit Erdogan, damit er den Bosporus für russische Kriegsschiffe gesperrt lässt und sein Veto gegen die Nato-Erweiterung zurückzieht. Es sind vielfach dieselben, die auch einmal glaubten, Putin werde durchs Kuscheln kuschelig.

Vorigen Freitag hat es sogar Wiens Bürgermeister Ludwig zu Erdogan gezogen. Gegen Gespräche ist nichts einzuwenden, wenn man etwas bewirken will. Ludwig etwa hätte thematisieren können, dass es der Integration in Wien nicht förderlich ist, wenn türkische Verlage dort islamistische und antisemitische Literatur verkaufen, die zur Ermordung von Juden aufruft.

Tat er aber nicht, weil er ein Ziel verfolgt, das ihn mit Erdogan verbindet: das Wahlverhalten der türkischen Diaspora: die SPÖ biedert sich (nicht nur in Wien) bei hier wahlberechtigten Türken an. Das funktioniert nur, wenn man auch die bei türkischen Wahlen stimmberechtigten Austro-Türken hätschelt.

Da diese eher Erdogan-affin sind, kann ein Foto von der Audienz beim Sultan nützlich sein. Kann. Es kann Ludwig aber auch auf den Kopf fallen. Denn Erdogan verfolgt ungeachtet aller Kuschelavancen europäischer Politiker unbeirrt die Islamisierung der Türkei und der türkischen Diaspora.

Ganz abgesehen davon, dass er wie Putin in der Nachbarschaft nach Belieben militärische Spezialoperationen startet. Die Hoffnung auf ein paar türkische Stimmen macht Ludwig blind dafür.

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