Block im südböhmischen AKW Temelin nach Panne wieder am Netz

Läuft vorerst mit 70 Prozent Leistung — Oberösterreichisches Anti Atom Komitee hält Begründung für völlig unplausibel und unglaubwürdig

Nach einer Panne im grenznahen Atomkraftwerk Temelin in Tschechien ist der betroffene Reaktorblock 1 wieder ans Netz gegangen. Er werde derzeit mit 70 Prozent seiner Leistung betrieben, teilte Kraftwerkssprecher Marek Svitak am Dienstag mit.

An einer Turbine waren Sonntagfrüh erhöhte Vibrationen festgestellt worden, über die der Betreiber CEZ einen Tag später die Öffentlichkeit informiert hatte. Der Reaktor war daraufhin unplanmäßig auf ein Drittel seiner Leistung heruntergefahren worden. Ausgelöst worden sein soll der Vorfall durch hohe Temperaturschwankungen im Außenbereich.

Diese Begründung sei völlig unplausibel und unglaubwürdig, teilte gestern das oberösterreichische Anti Atom Komitee mit und fordert von der Bundesregierung völlige Aufklärung. Man habe bei Experten nachgefragt, die schwankende Außentemperaturen als Grund für diese Turbinenvibrationen ausgeschlossen hätten.

Diese Begründung könne nur als Ablenkungsmanöver von größeren Problemen gesehen werden, so dessen Sprecher Manfred Doppler in einer Aussendung. „Mit den Turbinen im AKW Temelin hat es wegen deren Größe und des Gewichtes schon seit Inbetriebnahme des AKW Probleme gegeben, weil sich die Turbinenwellen schon vor dem Zusammenbau durch das Eigengewicht verbogen haben, so Doppler. Das AKW Temelin in Südböhmen ist nur 60 Kilometer von den Grenzen zu Ober- bzw. Niederösterreich und Bayern entfernt. Umweltschützer kritisieren die Anlage seit Jahren als besonders störanfällig.

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