BMW i3s: Bremst & parkt allein

Zwei Besonderheiten zeichnen den neuen BMW i3s aus: Der auf Sportlichkeit getrimmte Elektro-Bayer bremst nicht nur automatisch, sobald man vom Pedal geht – in der Fachsprache heißt dieses Laden der Akkus Rekuperation –, er parkt auf Wunsch auch ganz alleine ein.

Von Harald Engelsberger

Seit der Markteinführung im Jahr 2013 erfreut sich der BMW i3 ständig steigender Verkaufszahlen, was einerseits der ständigen Weiterentwicklung durch BMW geschuldet ist und andererseits den attraktiven staatlichen Förderungen für Elektroautos.

Typenschein

BMW i3s eDrive (120 Ah)

Preis: ab € 43.950,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 57.744,-, einen BMW i3 gibt es ab € 40.300,-
NoVA/Steuer: 0 % / € 883,44 jährlich
Garantie: 2 Jahre (Verlängerung gg. Aufpreis), 8 Jahre Batteriegarantie bis max. 100.000 km
Regelwartung inklusive: 5 Jahre oder 60.000 km

Technische Daten:
Hybrid-Synchronmotor mit integrierter Leistungselektronik, Ladegerät und Generatorfunk-tion zur Rekuperation bis 50 kW: 135 kW/184 PS, Nenndrehmoment 270 Nm, Lithium-Ionen-Batterie mit 120 Ah und Nominalspannung 352 V
Getriebe: Automatik, einstufig
Antrieb: Hinterradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 6,9 s
Stromverbrauch: 14,6 kWh/100 km
Testverbrauch: 17,4 kWh/100 km
CO2-Ausstoß: 0,0 g/km

Eckdaten:
L/B/H: 4006/1791/1590 mm
Radstand: 2570 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1290/1730 kg
Kofferraum: 260–1100 Liter
Reifen: vorne 175/55 R20 und hinten 195/50 R20 auf 20“-Alufelgen

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/DSC/PDC
Airbags: 8

In Österreich zählt der i3 wegen seines Preis-/Leistungsverhältnisses wohl zu den beliebteren E-Autos. Trotz 40.000 Euro Neupreis ist der BMW im direkten Vergleich mit anderen Elektro-Flitzern, die schnell einmal mehr als 70.000 Euro kosten, fast ein Schnäppchen.

Was den kleinen BMW so besonders macht, ist seine Bauweise: Die viersitzige Fahrgastzelle aus kohlefaserverstärktem Kunststoff (CFK) – besser bekannt als Carbon und im Motorsport erprobt – ist besonders leicht, aber gleichzeitig stärker und belastbarer als Stahl.

Der 1290 kg leichte i3s beschleunigt im Sport-Modus in 6,9 Sekunden auf 100 km/h und erlaubt eine Spitzengeschwindigkeit von 160 km/h. Im Comfort-Modus ist der BMW weicher gefedert und reagiert etwas zäher beim Beschleunigen.

Wenn man allerdings in den Modus ECO-Pro schaltet, um die Reichweite spürbar zu erhöhen, regelt der BMW bei 130 km/h ab und im Modus ECO Pro+ ist schon bei 90 km/h Schluss und zugleich werden noch alle zusätzlichen Stromverbraucher wie etwa die Klimaanlage abgeschaltet.

Interessante Details: Der Motor bremst automatisch, sobald der Fahrer vom Pedal geht. Dadurch wird ein Teil der Bremsenergie in die Batterien zurück gespeist (Rekuperation). Im innerstädtischen Verkehr erleichtert übrigens der als Extra erhältliche Parkassistent das Einparken in parallel zur Fahrbahn liegenden Parklücken.

Passende Parkplätze werden über das Control Display angezeigt. Nach Setzen des Blinkers und bei anhaltend gedrückter PDC-Taste übernimmt das System Gangwahl, Lenkung, Fahrpedal sowie Bremse und parkt somit ganz alleine ein.

Das Platzangebot überrascht: Die Rückbank ist über gegenläufig öffnende Türen leicht erreichbar und bietet viel Raum und auch Kopffreiheit für ein Auto mit knappen Außenmaßen. Bedingt durch den Einbau der Batterien im Fahrzeugboden ist der BMW i3s relativ hoch, hat aber einen tiefen Schwerpunkt. Die Sitzposition entspricht in etwa einem SUV.

Fazit: Der BMW i3s mit gesteigerter Leistung auf 120 Ah weiß auch Kritiker zu überzeugen. Wermutstropfen bleibt die Reichweite – mit bis zu 270 Kilometer macht man keine großen Sprünge, für den städtischen Großraum ist das aber ausreichend. Über Nacht lässt sich der i3s problemlos an der Haushaltssteckdose nachladen. Wer nicht so viel Zeit hat, sollte sich für daheim eine eigene Ladestation – BMW-Wallbox mit 11 kW – anschaffen, dann geht’s ungleich schneller. Auf Reisen ist das ständig dichter geknüpfte Ladenetz schon eine Hilfe, eine stärkere Batterie wäre dennoch wünschenswert.

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