„Bitte hier Titel einsetzen“

Der BMW X5 M50d im Volksblatt-Test

Von Oliver Koch

Jaja, die Auto-Journalisten und die pfiffigen Titel. Das ist so eine Sache. Was haben wir denn da nicht schon alles gelesen: Renn-Semmel (kleiner Wagen viele PS), Heißer Feger (siehe Renn-Semmel), Erwachsen geworden (x-te Auflage eines Evergreens), Bonsai-Blüte (Japaner), Raubkatze mit Flair (Jaguar) oder irgendwas in die Richtung á la „Folgt dem Stern“ (eh klar, Mercedes). Dann wären da noch die Lexus-Luxus-Wortspielereien, Titel mit dem Wort Hochsitz (für SUV), italo-amerikanische Titel (wenn´s um einen Jeep geht), Nobel- oder Edel-Begriffe bei Oberklassemodellen und natürlich alle möglichen Boxer-Begriffe bei Subaru-Tests. Und dann. Und dann – tja dann steht plötzlich so ein mordsdrum BMW X5 vor der Tür. Pfeilschnell nachgedacht, was könnte da ein passender Titel sein, bei dem der Leser gleich erkennt, dass es sich um einen BMW handelt.

Irgendwas mit Bayern? Irgendwas mit Weiß-blau? Irgendwas mit X oder doch einen ganz anderen Titel? Wie wäre es mit: Vierte Generation. Klingt gut, stimmt, durchaus ein möglicher Titel.

Zweigeteilt. Auch möglich, die elektrische Heckklappe lässt sich nun zweigeteilt öffnen – ein Novum. Ein Teil geht nach oben auf, der kleinere nach unten.

Typenschein

BMW X5 M50d

Preis: ab € 103.950,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 137.650,- unter anderem inklusive Österreich-Paket € 2787,60, Innovations-Paket € 5354,40, Wärme-Paket € 2994,60, First Class Paket € 10.060,20, Zweiachs-Luftfederung € 1455,90, Akustikverglasung € 655,50, Night Vision mit Personenerkennung € 2435,70 und Anhängerkupplung € 1393,80; einen BMW X5 (xDrive 30d) gibt es ab € 75.800,-
NoVA/Steuer: 18 %/ € 2305,44 jährlich
Garantie: 2 Jahre ohne km-Beschränkung, 3, Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung
Service: alle 30.000 km oder alle 2 Jahre

Technische Daten:
Motor: R6, 16V, Common-Rail, Turbolader, Partikelfilter, 2993 cm³, 294 kW/400 PS bei 4400 U/min, max. Drehmoment 760 Nm bei 2000-3000 U/min
Getriebe: Achtgangautomatik
Antrieb: Allradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 5,2 s
Leistungsgewicht: 5,69 kg/PS
MVEG-Verbrauch: 7,6/6,3/6,8 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 9,2 Liter
CO2-Ausstoß: 179 g/km
NOx: 0,0367 g/km; Euro 6d-TEMP

Eckdaten:
L/B/H: 4922/2004/1745 mm
Radstand: 2975 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 2275/3010 kg
Kofferraum: 645-1860 Liter
Tank: 80 Liter (Diesel)
Reifen: 4 x 275/35 R22 104Y auf 22“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/ACC/LKA/RSR/BSD/TPMS
Airbags: 7

Geländedaten:
Bodenfreiheit: 214 mm
Böschungswinkel vorne: 25,2°
Hinten: 22,3°
Rampenwinkel: 20,2°
Wattiefe: 500 mm

Schluckspecht. Denkbar, denn der Reihensechszylinder mit seinen 400 Pferdchen ist ganz schön durstig. Bei normaler Fahrweise steht ein Neuner vorne, bei flotter Sohle – etwa im Sportmodus – und auch in der Stadt geht´s sogar in den zweistelligen Bereich. Da nützt auch das tadellos funktionierende Start-Stopp-System nicht mehr viel.

Leisetreter. Sehr passend, denn der Motor ist so leise und laufruhig, dass man sich schon fragt, ob er überhaupt schon läuft. Erst im hochtourigen Bereich gibt sich der 400 PS starke Selbstzünder – der nebenbei famos mit der Achtgangautomatik harmoniert – zu erkennen. Aber auch die Akustikverglasung leistet hier ihren Beitrag.

Herz aus Steyr. Ein aufgelegter Titel, denn es ist ja Ehrensache woher der Motor kommt!
Glasklar. Ein Blick auf den Schaltknauf und den Dreh-Drückregler genügt, um zu wissen, warum.

Groß, größer, X5. Glasklar, warum dieser Titel passt: 4922 Millimeter Länge (plus 36 Millimeter im Vergleich zum Vorgänger), 2004 Millimeter Breite (plus 66(!) Millimeter) und 1745 Millimeter Höhe (plus 19 Millimeter).

Diese Niere!: Die wird ebenfalls größer und größer.

Rundum einsetzbar. Auch okay als Titel; die Kraxl-Eigenschaften (siehe Geländedaten) hat er und die Nobel-Liga liegt ihm auch, das gewährt allein schon das Modell (also X5) samt noblen Intarsien (Leder, Chrom).

Auto-nom. Der X5 hat´s drauf. Per Klick auf dem wuchtigen Lederlenkrad fährt der X5 quasi von alleine. Die letzten 50 Meter der Fahrtstrecke merkt er sich sogar, kann die automatisch zurückfahren, etwa um einem Gasslwerk zu entfliehen.
Kommandozentrale. Das asymmetrisch angelegte, verwinkelte und hochwertige Cockpit stellt den Fahrer in den Vordergrund und die Info- und Optionsflut ist mannigfaltig, reicht von Verkehrsupdates über Beduftung, Lichteinstellungen bis zu Klimaanlage, Fahrdaten, Navi, Webbrowser und Telefon. Gesteuert wird via Fingerdruck, Sprachbefehl oder Gestik – klappt alles hervorragend.

Xtra teuer. Bei einem Premiumwagen immer ein aufgelegter Titel. Die Basisversion ist zwar halbwegs ordentlich ausgestattet, aber richtig ins Geld geht´s dann mit den Extras. So kostet das First Class Paket – unter anderem mit Lederausstattung „Merino schwarz“, Panorama-Glasdach, Gepäckraumpaket, Sitzbelüftung vorne, Klimaautomatik mit Vierzonen-Regelung, Massagefunktion für die Vordersitze und Harman Kardon Surround Sound System – etwas mehr als 10.000 Euro. Da bieten andere schon einen Kleinwagen dafür an.

Fazit: Tausendsassa – und das wäre wohl auch ein passender Titel.

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