BMW X5 xDrive 45e – Zwei Komma vier Tonnen Power

Der BMW X5 kann beides: elektrisch und mit Benzin fahren. Die 394 PS Systemleistung sind allerdings auch notwendig, denn der Bayer ist schwer (beeindruckend).

BMW baut große, mächtige, teure Autos. Wissen wir. Schließlich haben die Bayern einen Premiumanspruch, der von der Verarbeitung über das Fahrwerk, das Aggregat bis hin zur Ausstattung geht.

Der BMW X5 xDrive 45e erweist sich dabei als Speerspitze der Bayern, die immer mehr die E-Mobilität in den Vordergrund stellen. Daher verfügt der 4,9 Meter lange, zwei Meter breite und 1,745 Meter hohe X5 nun auch über einen Stecker.

Typenschein

BMW X5 xDrive 45e

Preis: ab € 77.550,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 121.662,- unter anderem inklusive M Sportpaket € 6594,-, Österreich-Paket € 2412,-, Wärme-Paket € 1392,-, Innovations-Paket € 4692,-, Firstclass Paket € 9492,-, Integral-Aktivlenkung € 1266,-, Anhängekupplung € 1212,-, Akustikverglasung € 606,-, Sonnenschutzverglasung € 630,- und Bowers & Wilkins Diamond Surround Sound System € 4692,-; einen BMW X5 (xDrive 25d) gibt es ab € 71.300,-
NoVA/Steuer: 0 %/ € 1339,20 jährlich
Garantie: 2 Jahre ohne km-Beschränkung, 3, Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung
Service: alle 30.000 km oder alle 2 Jahre

Technische Daten:
Motor: R6, 24V, Turbolader, Partikelfilter, 2998 cm³, 210 kW/285 PS bei 5000 U/min, max. Drehmoment 450 Nm bei 1500-3500 U/min
Elektromotor: Synchron-Elektromotor im Getriebe integriert, Spitzenleistung 83 kW/113 PS bei 3170 U/min, max. Drehmoment 265 Nm bei 0-3170 U/min, Lithium-Ionen-Akku mit 24 kWh Energiekapazität brutto
Systemleistung: 290 kW/394 PS
Getriebe: Achtgangautomatik
Antrieb: Allradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 235 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 5,6 s
Leistungsgewicht: 6,18 kg/PS
MVEG-Verbrauch: 2,0 Liter
Stromverbrauch: 23,5 kWh
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 5,4 Liter, 22,8 kWh
CO2-Ausstoß: 41 g/km
NOx: 0,0019 g/km; Euro 6d-TEMP

Eckdaten:
L/B/H: 4922/2004/1745 mm
Radstand: 2975 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 2435/3150 kg
Kofferraum: 500-1720 Liter
Tank: 69 Liter (Benzin)
Reifen: 4 x 275/40 R21 107Y auf 21“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LKA/ACC
Airbags: 7

Geländedaten:
Bodenfreiheit: 214 mm
Böschungswinkel vorne: 25,2°
Hinten: 22,3°
Rampenwinkel: 20,2°
Wattiefe: 500 mm

Will heißen: Wenn es sein muss, fährt das SUV mit seiner riesigen Doppelniere gut 50 Kilometer auch rein elektrisch. Möglich macht das ein im Getriebe integrierter E-Motor, der maximal 113 PS bereitstellt.

Wird der Akku leer, oder wählt man bei der breiten Mittelkonsole den Hybridmodus aus, schaltet sich der Reihen-Sechszylinder dazu woraus sich 394 PS Systemleistung ergeben. Entsprechend unbändig beschleunigt der 2,4-Tonner auch aus dem Stand heraus. Und auch wenn das Benzinaggregat an die Arbeit geht, ist nur wenig mehr als ein Säuseln zu vernehmen, das steigert sich erst bei schwerem Fuß.

Aber irgendwie stellt sich im großen Hybriden, obwohl er der stärkste X5 unterhalb der M-Modelle ist, dieses Verlangen nach übermäßig rascher Fortbewegung nicht recht ein. Lieber gleitet man gesetzten Schrittes dem Horizont entgegen, wohl wissend, dass man könnte, aber eben grad nicht möchte. Generell klappt das Zusammenspiel von Verbrennungsmotor und Elektroaggregat ausnehmend gut.

Ein weiteres Highlight ist die gelungene Kombi aus Fahrkomfort und Sportlichkeit. Im Sport-Modus liegt der X5 noch straffer auf der Straße, aber auch im normalen Modus kann er durch den niedrigen Schwerpunkt glänzen.

Die Integral-Aktivlenkung macht das SUV zudem deutlich agiler und wendiger, als man vermuten würde; die Lenkung erweist sich zudem als erfreulich direkt und präzise und dass die Achtgangautomatik flink und nahezu unmerklich den jeweils richtigen Gang einlegt, zieht sich sowieso durch die gesamte BMW-Modellpalette.

In der Praxis fährt der Hybrid, den man von seinen Benzinbrüdern nur aufgrund des zweiten „Tankdeckels“ links vorne erkennen kann übrigens nicht ganz so sparsam, wie das die Münchner schreiben. Statt zwei Litern sind eher gut fünf Liter die Norm. Fahrtechnisch fährt der X5 per Klick auf dem wuchtigen Lederlenkrad quasi von alleine.

Die letzten 80 Meter der Fahrtstrecke merkt er sich sogar, kann die automatisch zurückfahren, etwa um einem Gasslwerk zu entfliehen. Bei den Assistenzsystemen betreibt BMW kontinuierlichen Feinschliff: Spurhalte-Assistent und Abstandstempomat arbeiten mit ausgeprägter Geschmeidigkeit.

Die automatische Übernahme von Geschwindigkeitsbeschränkungen arbeitet nahezu fehlerfrei – in dieser Rubrik sind die Bayern nahe der Perfektion.

Das asymmetrisch angelegte hochwertige Cockpit stellt den Fahrer in den Mittelpunkt. Die Info- und Optionsflut ist mannigfaltig, reicht von Verkehrsupdates über Beduftung, Lichteinstellungen bis zur Klimaanlage, Fahrdaten, Navi, Webbrowser und Telefon.

Gesteuert wird via Fingerdruck, Dreh-Drückregler, Sprachbefehl oder Gestik – klappt alles hervorragend. Und wo vorher mattes Aluminium die sachlich effiziente Materialwahl dominerte, findet sich im neuen Modell Glas – am besten erkennbar am iDrive-Controller in der mächtigen Mittelkonsole.

Platz bietet der perfekt verarbeitete X5, der inklusive Extras mit 121.600 Euro zu Buche schlägt, jede Menge; auch in der zweiten Reihe. Er hat jedoch mit 500 Litern ein deutlich geringeres Kofferraumvolumen als seine Benzin- oder Dieselbrüder, die 845 Liter schlucken.

Fazit

Nobler Bombastbruder mit grüner Niere, äh grünem Mascherl.

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