Böhse Onkelz: 350 Polizisten haben „Neffen und Nichten“ im Blick

Deutsche Rockband kommt mit 40.000 trinkfesten Fans nach Wels

Von Renate Enöckl

WELS — Mit Konzertgroßveranstaltungen hat die Welser Polizei bereits so ihre Erfahrungen. Zuletzt auch wieder einmal negative, schließlich war es Anfang August bei der „90er-Party“ am Messegelände zu einer Bombendrohung — der dritten mittlerweile — gekommen. Morgen, Samstag, wird es erneut ernst: 40.000 Besucher werden beim Konzert der deutschen Rockband „Böhse Onkelz“ auf der Trabrennbahn erwartet. Dass die Fans der eher „rechtslastigen“ Röhren nicht zimperlich im Auftreten und auch recht trinkfest sind, ist bekannt. „Normalerweise sind bei den Onkelz-Konzerten auch dreimal so viele Bierstationen vorgesehen, wie bei anderen Bands“, heißt es etwa aus dem Welser Rathaus. Das birgt ein gewisses Konfliktpotenzial.

Die Polizei ist allerdings gerüstet, wie Verkehrsreferent Chefinspektor Andreas Weidinger zum VOLKSBLATT sagt. Insgesamt 350 Beamte werden morgen im Einsatz sein. 100 Polizisten seien zur Verkehrsüberwachung abgestellt, der Rest wird sich am Gelände verteilen.

Wie ticken die Fans?

Um die Mentalität der Besucher einschätzen zu können, haben sich die Polizisten im Vorfeld schlau gemacht. „Wir haben uns in Berlin informiert, wo die Band vor einer Woche gespielt hat“, so Weidinger. Fazit: „Vorfälle gab’s dort schon, doch wir hätten Schlimmeres befürchtet!“

Polizei und Stadt Wels hoffen allerdings auch, dass der Veranstalter, die WEVA, die gestern für Anfragen nicht erreichbar war, die zuletzt aufgetretenen Probleme dieses Mal im Griff hat. Besucher berichteten über stundenlanges Anstellen für Getränke, zu wenige Toiletten, verstellte Sicht auf die Bühne und fehlende Möglichkeiten eines Wiedereintrittes, nachdem das Gelände verlassen wurde.

Spürhunde vor Ort

Was die Sicherheit der „Onkelz“ und ihren „Neffen“ und „Nichten“ betrifft, so herrscht nicht nur „erhöhte Aufmerksamkeit und Präsenz“. „Wir werden auch vor der Veranstaltung Spürhunde durchs Gelände schicken“, sagt Weidinger. Und während des Konzertes sollen die vierbeinigen Bomben-Spürnasen der Polizei ebenfalls im Einsatz sein.

Um die An- und Abreise so friktionsfrei wie möglich zu gestalten, haben der Veranstalter und die Behörden ein Sicherheits- und Verkehrskonzept entwickelt. Für 10.000 Fahrzeuge gibt es zwei Parkplätze (Schafwiesen im Osten, A25-Abfahrt Wels-West) mit Shuttlebus-Anbindung. Diverse Straßensperren gibt es bereits ab sieben Uhr früh. Geraten wird, das Messegelände zu meiden.

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