Bohuslav Martinu: Violinkonzerte (Gramola)

Bei den Trias der tschechischen Musik Smetana, Dvorak und Janacek scheint Bohuslav Martinu im Konzertsaal etwas unterrepräsentiert zu sein. Seine Musik wurde von der nationalsozialistischen Kulturpolitik 1939 verboten, so dass er sich nach Südfrankreich absetzte und 1941 in die USA emigrierte.

Nicht als rassisch Verfolgter, sondern aus Furcht vor dem Schaffensdruck durch politische Machthaber. Seine beiden Violinkonzerte bei Gramola sind ein wahres Geschenk als eine Art Wiedergutmachung der kriegsbedingten Versäumnisse an fälligen Aufführungen.

Das erste Violinkonzert entstand 1931 noch in Paris und hat ihm zum Durchbruch verholfen hat. Die Partitur galt lange Zeit als verschollen und wurde erst nach Martinus Tod 1968 von Josef Suk in Chicago aus der Taufe gehoben. Es ist ein virtuoses Konzert mit einer für Martinu typischen Melodik und einer geschlossenen Form in allen drei Sätzen.

Zehn Jahre später komponierte er in Amerika das zweite Violinkonzert eindeutig nach spätromantischen Vorbildern mit lyrischen Elementen, mit einer noch deutlicheren Handschrift, bei der Anklänge an tschechische Volksmusik nicht zu überhören sind. Der Salzburger Spitzengeiger Thomas Albertus Irnberger und die Janacek-Philharmonie, dirigiert von Heiko Mathias Förster, gestalten die Konzerte mit Herzblut und Meisterschaft.

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