Bombenanschlag in Syrien: Mehrere Tote

Bei der Explosion eines Tanklasters in der von Regierungsgegnern kontrollierten nordsyrischen Stadt Afrin sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen.

Mindestens 27 Menschen seien zudem verletzt worden, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag. Der Laster war demnach mit einem Sprengsatz versehen.

Unter den Toten sollen auch sechs von der Türkei unterstützte Rebellenkämpfer sein. Die Rettungsorganisation Weißhelme berichtete sogar von 30 Toten. Der Lastwagen sei an einem Markt der Stadt explodiert, erklärte sie auf Twitter.

Die Suche nach Opfern gehe weiter. Zunächst war unklar, wer hinter der Explosion steckt. Das türkische Verteidigungsministerium machte auf Twitter die Kurdenmiliz YPG dafür verantwortlich.

Die von Kurden geprägte Region um Afrin liegt direkt an der Grenze zur Türkei. Türkische Truppen und verbündete syrische Rebellen hatten dort im Frühjahr 2018 eine Offensive begonnen und das Gebiet von YPG eingenommen.

Ein wissenschaftliches Gutachten des Deutschen Bundestages kam zu dem Schluss, dass die dortige türkische Präsenz völkerrechtlich die Kriterien einer Militärbesatzung erfülle.

In der Vergangenheit hatte es mehrfach Anschläge in Afrin gegeben. Die Türkei sieht in der YPG den syrischen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und bekämpft sie deswegen.

Die Miliz ist zugleich in Syrien wichtigster Partner der USA und ihrer Verbündeten im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Im Nordosten Syriens ist nach Angaben von Menschenrechtlern die Versorgung von zwei Millionen Menschen in der Coronakrise akut gefährdet.

Die Organisation Human Rights Watch klagte am Dienstag in New York über einen großen Mangel an medizinischen Produkten zur Vorbeugung und Behandlung von Covid-19. Wegen der wenigen Tests – besonders in dem von kurdischen Gruppen kontrollierten Nordosten – gebe es wahrscheinlich kein echtes Bild über das Ausmaß der Infektionen in dem Bürgerkriegsland.

Die Menschenrechtler stützen sich auf Interviews mit zehn Angestellten von Vereinten Nationen und Nichtregierungsorganisationen, die in der Region an der Grenze zum Irak arbeiten.

Die schlechtere Versorgung hängt mit einem Kompromiss im UN-Sicherheitsrat zusammen, der den Zugang für humanitäre Hilfe beschränkt. Wegen einer Blockadehaltung vor allem vom syrischen Verbündeten Russland ist der für medizinische Güter wichtige Übergang Al-Jarubiya geschlossen.

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