Bonus für den Hausarzt-Besuch

Die Ärztekammer drängt darauf, die Patientenströme besser zu steuern

Der Hausarzt hat bei den Österreichern einen hohen Stellenwert —aber es gibt Nachwuchssorgen, geht doch in den nächsten zehn Jahren jeder zweite Allgemeinmediziner in Pension. Ärztevertreter drängen darauf, dass der Beruf attraktiver gemacht wird, etwa durch flexiblere Dienstzeitmodelle oder Teilzeitmöglichkeiten.
Der Hausarzt hat bei den Österreichern einen hohen Stellenwert —aber es gibt Nachwuchssorgen, geht doch in den nächsten zehn Jahren jeder zweite Allgemeinmediziner in Pension. Ärztevertreter drängen darauf, dass der Beruf attraktiver gemacht wird, etwa durch flexiblere Dienstzeitmodelle oder Teilzeitmöglichkeiten. © pictworks/stock.adobe.com

Die Ärztekammer kann sich ein Bonus-System zur Steuerung der Patientenströme vorstellen. Der Obmann der angestellten Ärzte, Harald Mayer, erklärte, man müsse die Patienten dazu bringen, zuerst ihren Vertrauensarzt aufzusuchen. Ähnlich wie bei der Auto-Haftpflichtversicherung könnten dann jene, die sich vom Hausarzt überweisen lassen, einen geringeren, und jene, die direkt in eine Spitalsambulanz gehen, einen höheren Krankenversicherungsbeitrag zahlen.

Gleichzeitig müsse man auch das Problem der Finanzierung des Gesundheitswesens lösen. Die Ärztekammer tritt hier für eine „Finanzierung aus zwei Töpfen“ ein — einen für die Finanzierung der Krankenhäuser und einen für den ambulanten Bereich inklusive Spitalsambulanzen. Damit würde sich das „Spielchen“ aufhören, dass die Patienten hin und her geschickt und damit auch die Kosten verlagert werden. Die Patienten würden die Leistungen dort bekommen, wo sie diese brauchen.

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Für 87 Prozent ist der Hausarzt sehr wichtig

Das Hausarztmodell, dass mit einem solchen Bonus-System gefördert würde, sieht die Ärztekammer auch durch eine von ihr in Auftrag gegebene Umfrage des IMAS-Instituts (1019 Interviews von Mitte Juni bis Anfang Juli) bestätigt. Demnach halten 87 Prozent den Hausarzt in der Wohngegend für sehr und weitere elf Prozent für einigermaßen wichtig. Auch die Apotheke ist für 94 Prozent wichtig. Ein Krankenhaus erachten 87 Prozent in der Wohngegend als wichtig. Im Falle einer chronischen Krankheit wollen 70 Prozent der Befragten immer vom gleichen Arzt behandelt werden. Dass der Hausarzt einen hohen Stellenwert hat, leitet der Ärztekammer-Vizepräsident auch daraus ab, dass drei Viertel der Österreicher, die im letzten Jahr einen Arzt aufgesucht haben, beim Hausarzt gewesen sind.