Brandstiftung: Kater „Pauli“ schlug Alarm

Familie konnte sich rechtzeitig retten — Polnische Pflegerin soll Feuer gelegt haben — Suchhund „Nero“ fand Vermisste im Wald

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FRANKENBURG — Zwei Vierbeiner haben am Mittwoch bei einem Brand in einem Wohnhaus im Frankenburg (Bez. Vöcklabruck) mit ihrem Gespür Schlimmeres verhindert: Hauskater „Pauli“ rettete die Familie vor den Flammen, Border Collie „Nero“ fand die verwirrte, mutmaßliche Brandstifterin, eine polnische Altenpflegerin (54), die in einen nahegelegenen Wald geflohen war.

 

Gegen vier Uhr früh hatten sich die dramatischen Szenen in der Ortschaft Mitterriegl abgespielt: Die 88-jährige Großmutter wurde durch die Katze, die auf ihren Bauch gesprungen war, aus dem Schlaf geschreckt. Sie bemerkte sofort, dass es im Zimmer brannte und konnte die Flammen mit ihrer Bettdecke etwas eindämmen, ehe sie ihre Tochter (58) und ihren Enkel (31) weckte. Alle drei Bewohner konnten sich ins Freie retten. Während die alarmierte Feuerwehr die Flammen, die noch in den Zimmern der Großmutter und ihrer 54-jährigen Betreuerin wüteten, löschten, wurde deutlich, dass die Polin verschwunden war.

54-jährige Polin verhaftet

Sofort wurde eine große Suchaktion eingeleitet, an der neben Polizisten und Feuerwehrleuten auch Suchhunde des Roten Kreuzes, der Feuerwehr und der Rettungshundebrigade (ÖRHB) zum Einsatz kamen. Nach einer halben Stunde schlug der ÖRHB-Suchhund von Melanie Rimser plötzlich an. Dank „Nero“ stießen die Retter rasch auf die Gesuchte, die nur spärlich bekleidet war und einen verwirrten Eindruck machte. Nach und nach verdichtete sich der Verdacht, dass es die Polin gewesen sein musste, die in ihrem Zimmer und in jenem ihres Pfleglings Feuer gelegt hatte. Sie wurde festgenommen und in den Neuromed Campus Linz eingeliefert, konnte aber zu ihrem Motiv vorerst nicht befragt werden. Die 88-Jährige kam mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Klinikum Vöcklabruck. Das Haus ist derzeit unbewohnbar. An der Lösch- und der Suchaktion waren rund 330 Einsatzkräfte beteiligt. Die Ermittlungen des Landeskriminalamtes laufen.