Brasilien: Erstmals mehr Corona-Tote in 24 Std. als in USA

Brasilien hat nach Angaben des nationalen Gesundheitsministeriums erstmalig binnen 24 Stunden mehr Covid-19-Todesfälle verzeichnet als die USA. An den Folgen der Lungenkrankheit starben dort am Montag 807 Menschen, in den USA waren es 620. Das lateinamerikanische Land verzeichnet nach offiziellen Angaben mit insgesamt 374.898 Infektions-Fällen weltweit den zweitgrößten Ausbruch des Coronavirus.

Die meisten Infektionen gibt es in den USA mit 1,637 Millionen. Die Gesamtzahl der Todesfälle in den USA liegt gemäß einer Zählung der Nachrichtenagentur Reuters bei 97.971, im Vergleich zu Brasilien mit 23.473.

Die US-Regierung legte unterdessen den Beginn der wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen verhängten Einreisebeschränkungen für Nicht-US-Bürger aus Brasilien auf einen früheren Termin. Die Regelung trete nun ab dem 26. Mai 23.59 Uhr amerikanischer Ostküstenzeit in Kraft und nicht erst ab dem 28. Mai, teilte das Weiße Haus mit.

In Brasilien beenden indes zwei der größten Medienhäuser ihre Berichterstattung über informelle Pressekonferenzen von Staatschef Jair Bolsonaro. Für die Sicherheit der Journalisten gebe es dabei keinen ausreichenden Schutz, begründeten der Medienkonzern Globo und die Zeitung “Folha de Sao Paulo” am Montag den Schritt.

Hintergrund: Der rechtsradikale Präsident, der häufig gegen die Medien wettert, hält morgens oft vor dem Alvorada-Palast in der Hauptstadt Brasília an, um Anhänger zu begrüßen und ab und zu ein Pressestatement abzugeben. Dabei kommt es manchmal zu Spannungen: Bolsonaro ist dafür bekannt, Reporter zu beleidigen und obszöne Gesten in ihre Richtung zu machen. Seine Unterstützer, die nur durch ein dünnes Absperrband von den Journalisten getrennt sind, beschimpfen die Reporter regelmäßig.

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