Breite Front gegen weitere Öl-Sanktionen der USA gegen Iran

EU bedauert, China legte formell Protest ein, der Iran kritisiert scharf

Der Iran soll nach Plänen der USA ab Mai an keine Staaten und Unternehmen mehr Öl liefern.
Der Iran soll nach Plänen der USA ab Mai an keine Staaten und Unternehmen mehr Öl liefern. © AFP/Mehri

Mit seiner Ankündigung, bald ausnahmslos alle Öl-Exporte aus dem Iran unter Sanktionsdrohung zu stellen, hat sich US-Präsident Donald Trump den Unmut zahlreicher Länder zugezogen.

China –nach den USA die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt – legte formell Protest gegen die Pläne ein. Die Volksrepublik ist der größte Abnehmer von iranischem Rohöl, das sechs Prozent ihrer Importe ausmacht.

Die vorerst bis Anfang Mai geltende Ausnahmeregelung gilt unter anderem für Unternehmen aus Staaten wie Italien, Griechenland, China oder Südkorea.

Die Koreaner wollen Regierungskreisen zufolge umgehend eine Delegation nach Washington schicken, in der Hoffnung doch noch länger in den Genuss von Ausnahmeregelungen zu kommen. Die EU sprach von einer bedauernswerten Entscheidung der USA.

Der Iran griff die Vereinigten Staaten scharf an und sprach von einem schweren Fehler. Der iranische Ölminister Bijan Zanganeh sagte laut der Nachrichtenagentur IRNA im Parlament, die USA politisierten das Öl und nutzten es in einer schwierigen Marktphase als Waffe. Die USA würden ihr Ziel, die iranischen Ölexporte auf null zu drücken, nicht erreichen.

An den Finanzmärkten stieg der Ölpreis gestern auf den höchsten Stand seit November.

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