Bret Easton Ellis: Weiß

„Nicht schon wieder Donald Trump“, möchte man bei der Lektüre von Bret Easton Ellis’ auf Deutsch erschienenem Buch „Weiß“ stöhnen.

Es ist eine Mischung aus Autobiografie und Zeitgeistanalyse. Darin nimmt der 55-jährige US-Autor die demokratische Linke mächtig ins Visier. Auf das Buchcover der Originalausgabe sind neben dem englischen Titel „White“ auch die Wörter „Privileged“ und „Male“ gedruckt.

Ellis macht sich zum „privilegierten weißen Mann“ und damit selbst zum Angriffsobjekt des von ihm bekämpften angeblichen Mainstream. In acht Essays arbeitet er sich an allem ab, was ihn an der amerikanischen Gesellschaft stört: Hollywood und Gender, Systemmedien und Entschuldigungsfuror, Millennials und Gesinnungspathos. Es muss dabei nicht immer ausgewogen zugehen.

Zumindest durchstößt der Autor in Teilen die Filterblasen, in denen es sich die politischen Kreise jeweils gemütlich gemacht haben. Denn: Auch wenn er mit dem Vorschlaghammer agiert, trifft Ellis doch auch kleinste wunde Stellen.

Bret Easton Ellis: „Weiß“, Kiepenheuer & Witsch, Köln, 320 Seiten, € 20,40

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