Britisch-französischer Jakobsmuschel-Konflikt nicht vorbei

Im Streit um unterschiedliche Fangauflagen für Jakobsmuscheln im Ärmelkanal haben sich britische und französische Fischer vorerst nicht einigen können. Nach den Fortschritten am Mittwoch sei ein Treffen beider Seiten am Freitag in Paris ohne Ergebnis geblieben, berichteten britische und französische Medien in der Nacht zum Samstag.

Die Diskussionen seien aber nicht abgebrochen, sagte demnach der Direktor des französischen Fischerei-Komitees, Hubert Carré. Eine Sprecherin der britischen Fischereibehörde ging von weiteren Gesprächen in der kommenden Woche aus. „Wir machen Fortschritte“, sagte sie. „Die Verhandlungen gehen weiter und wir sehen und die nächsten Schritte an.“

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Französische und britische Fischer hatten sich in der vergangenen Woche im Ärmelkanal eine heftige Auseinandersetzung auf hoher See geliefert. Franzosen versuchten, die Konkurrenten aus Großbritannien davon abzuhalten, vor der Küste der Normandie Jakobsmuscheln zu fangen. Britische Medien sprachen von einem „Jakobsmuschel-Krieg“.

Grund für den seit Jahren schwelenden Konflikt ist, dass französische Fischer eine gesetzlich vorgegebene Schonzeit für Jakobsmuscheln zwischen Mai und Oktober einzuhalten. Für britische Fischer gilt dieses Verbot nicht. Sie pochen auf ihr Recht, vor der französischen Küste arbeiten zu dürfen. Nach französischen Behördenangaben hatte es in früheren Jahren Vereinbarungen zwischen beiden Seiten gegeben.

Bei einem Treffen am Mittwoch in London hatte es nach Angaben des französischen Agrarministers Stephane Travert Fortschritte gegeben. Die Vereinbarung von 2017 sei erneuert worden, hieß es. Der Vertrag sieht eine zeitliche Begrenzung des Fangs für alle Fischkutter ab 15 Metern Länge vor.

Künftig sollen sich aber auch kleinere britische Kutter vor der französischen Küste Beschränkungen unterwerfen, hieß es am Mittwoch. Für kleinere Kutter gebe es nun eine „grundsätzliche Übereinstimmung“, sagte der Präsident des französischen Fischerei-Komitees, Gerard Romiti. Im Gegenzug sollten die britischen Fischer Entschädigungen erhalten, deren Höhe noch festgelegt werden müsse.

Britische Fischer erklärten sich bereit, vorerst nicht in die Seine-Bucht einzufahren, gingen dabei jedoch von einer Lösung des Konflikts schon am Freitag aus. Bei dem Treffen hätten die Details für zukünftige Beschränkungen festgelegt werden sollen.