Bruce Springsteen: Western Stars (Sony)

Bruce Springsteens 19. Studioalbum „Western Stars“ ist eine Platte, wie es sie im Werk des 69 Jahre alten Singer-Songwriters noch nicht gegeben hat. Die neuen Lieder des amerikanischen Pop-Helden sind eine stillere Welt. Die erste Single „Hello Sunshine“ etwa ist eine Hommage an „Everybody’s Talkin’“, im Original von Fred Neil, berühmt in der Version von Harry Nilsson (1969). Das Album ist durchwegs opulent instrumentierte Musik, die heitere oder wehmütige Stimmungen transportiert — und in ihren Texten typische Springsteen-Fragen stellt: Wie war diese Reise namens Leben bisher, wo führt sie mich noch hin… Auffällig oft geht es auch um vergangene, verlorene Liebe. Und es gibt Songs, die fast körperlich weh tun mit ihrem perfekten Wohlklang, den der Sänger Springsteen diesmal besonders feinfühlig begleitet. „The Wayfarer“ etwa ist ein Meisterstück, eines der besten Lieder in der Karriere des Mannes aus New Jersey. Oder der Titelsong, ein akustisches Road-Movie (wie einige andere der 13 Lieder auch). Oder „Drive Fast (The Stuntman)“. Oder die abschließende, zum Niederknien schöne Ballade „Moonlight Motel“. Ganz großes Kino. Zum Glück machen Springsteen und seine über 30 Mitstreiter ( u. a. Patti Scialfa und Schlagzeuger Matt Chamberlain) stets knapp vor der Kitschgrenze halt. Selbst weinende Pedal-Steel-Gitarren und säuselnde Streicher nerven nicht. Sie gehören einfach ‘rein in dieses gewaltige Americana-Epos. WH

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