Brucknerhaus: Jazz-Treff der Generationen

Als „Shootingstar des europäischen Jazz“ wurde er angekündigt – und konnte am Samstag im Linzer Brucknerhaus die hohen Erwartungen mit Bravour erfüllen. Mehr noch, der 32-jährige Norweger Marius Neset stahl mit seinem Quintett der nach der Pause auftretenden brasilianischen Posaunen-Legende Raul de Souza sogar die Show.

Ob Ballade oder schwungvolle, rhythmische Stücke — der Vertreter des Modern Creative Jazz und seine Kollegen Jim Hart (Vibrafon), Ivo Neame (Klavier) Petter Eldh (Bass) und Anton Eger (Schlagzeug) brillierten durch blindes Verständnis und Virtuosität. Höhepunkt des eineinhalb Stunden dauernden Auftritts war ein zehnminütiges Saxofon-Solo, das mit tosendem Beifall quittiert wurde.

Im Gegensatz zu Neset wohlbekannt war beim Publikum der 85-jährige Raul des Souza, den etliche Fachzeitschriften als einen der besten Posaunisten aller Zeit bezeichnen.

Schließlich hat er nicht nur Welt-Hits und Auftritte mit der Elite des Jazz zu Buche stehen, sondern trat erst im Vorjahr mit seiner „Next Generation Band“ bei den Inntönen auf.

Unterstützt von Posaunist Christophe Schweizer, Alex Correa am Klavier, Glauco Solter am E-Bass und Isaias Desiderio am Schlagzeug gab der Altmeister eine Stunde lang den von ihm mitentwickelten Samba-Jazz vom Feinsten zum Besten. Herausragend der Welterfolg „Sweet Lucy“ und „Tombo“ von Landsmann Airto Moreira. H. Wernitznig

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