Brücken zu anderen Unis bauen

Martin Rummel als neuer Rektor der Bruckneruni einstimmig bestätigt

Landeshauptmann Thomas Stelzer stellte den neuen Rektor der Anton Bruckner Privatuniversität, Martin Rummel, vor.
Landeshauptmann Thomas Stelzer stellte den neuen Rektor der Anton Bruckner Privatuniversität, Martin Rummel, vor. © Land OÖ/Max Mayrhofer

Ein Jahr früher als geplant wurde nun, wie berichtet, die Nachfolge von Rektorin Ursula Brandstätter an der Anton Bruckner Privatuniversität (ABPU) festgelegt: Der renommierte Cellist und Kulturmanager Martin Rummel (46), selbst Absolvent des Hauses, übernimmt ab 1. Oktober für fünf Jahre diese Aufgabe.

Der gebürtige Linzer ist aus 17 Bewerbern, aus denen die Findungskommission vier herausgefiltert hat, als Erstgereihter hervorgegangen. Die Oö. Landesregierung hat seine Berufung zum Rektor am Montag einstimmig beschlossen, Landeshauptmann Thomas Stelzer hat Rummel anschließend im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt.

Stelzer betonte die Bedeutung der ABPU, als „Bestandteil des Landes OÖ und als Treiberin in Sachen Internationalität“. Aktuell befinde sich die junge Universität an einer entscheidenden Stelle: Im Vorjahr sei die Reakkreditierung gelaufen, die auch mit einigen Auflagen verbunden sei und diese gelte es nun umzusetzen und nach der Corona-Zeit wieder hinaus zu starten.

Die Ausschreibung des Rektorates habe u. a. neben künstlerischer und kultureller Kompetenz auch eine starke internationale Vernetztheit und unternehmerische Führungskompetenz gefordert. Mit Martin Rummel habe man „eine sehr gute und vor allem die richtige Wahl getroffen“, so Stelzer.

Viel mitgenommen, viel zurückzugeben

Für ihn, der ein „gewisses Heimweh“ nicht verleugnen könne, sei seine Berufung ein emotionaler Moment, so Rummel: „Ich habe mein Studium hier vor 30 Jahren abgeschlossen und dann international Erfahrungen gesammelt. Mit meiner Rückkehr schließt sich der Kreis.“

Mit seinen internationalen Erfahrungen wolle er nun etwas zurückgeben. Und er streut seiner Alma Mater Rosen: Das Grundwissen, das er an der Bruckneruni gelernt habe, habe ihn über vieles getragen: „Ich habe nie wieder Klavier üben müssen, so gute Lehrer hatte ich hier.“ An einer so jungen Universität zu arbeiten, sei eine sehr große Chance, weil man nicht Jahrhunderte Ballast mittrage, sondern frisch in die Zukunft gehen könne.

Rummel, der sich bereits ab August einarbeiten möchte, will im ersten Jahr seiner Tätigkeit im Haus einen gemeinsamen Profilfindungsprozess starten, wo es darum gehe, herauszufinden, wo man die nächsten vier Jahre hingehen wolle. Ihm sei es wichtig, die wissenschaftliche und künstlerische Forschung in Zusammenarbeit mit anderen Universitäten zu stärken, „Brücken zu anderen Forschungsstätten“ zu bauen.

Dabei möchte er auch außeruniversitäre Felder einbeziehen, Stichwort Computer- und Medienmusik oder Künstliche Intelligenz. Auf die Kooperation mit der Oö. Theater und Orchester GmbH angesprochen, meinte er, jede Universität sei gut beraten, eine Vielzahl von gegenseitig gewinnbringenden Kooperationen einzugehen.

Was jetzt in der Corona-Zeit freilich fehle, sei es, gemeinsam in einem Raum kreative Prozesse zu erleben. Die Situation für die Studierenden sei schwierig gewesen, gerade im Bereich der Kunst, wo man „in erster Linie auf persönliche Interaktion abzielt“. Aber: Aus den Erfahrungen, die man mit kreativen Methoden etwa online gemacht habe, lassen sich „pädagogisch-didaktische Fragen neu definieren“.

Ein Jahr nach seinem Amtsantritt muss Rummel einen Vorschlag für die Bestellung eines Vizerektors vorlegen: „Bevor ich ins Haus gehe, treffe ich da keine Entscheidungen.“ An dieser Stelle bat er auch den aktuellen Vizerektor Thomas Kerbl, der sich auch um das Rektorat beworben hatte, um Unterstützung in den nächsten Monaten.

Auch den Cellisten Rummel soll es weiterhin zu erleben geben: „Jeder akademische Führungsmensch sollte sein künstlerisches Feld weiter bearbeiten, um dran zu bleiben.“ Noch bereite es ihm viel zu viel Spaß, als dass er sein Cello in die Ecke stellen würde.

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