„Brüderlein fein …“ in der Mühlviertler Naturkulisse

Gelungener Auftakt der Aistfestspiele in der Bruckmühle in Pregarten

Mit „Der Bauer als Millionär“ von Ferdinand Raimund gingen die Aistfestspiele in die neue Saison.
Mit „Der Bauer als Millionär“ von Ferdinand Raimund gingen die Aistfestspiele in die neue Saison. © Kulturhaus Bruckmühle

Von Werner Rohrhofer

Die Bruckmühle in Pregarten ist zu beneiden! Denn wo sonst gibt es eine Bühne oder ein Schauspielhaus mit einer derartigen Kulisse: Felsformationen, Wald und die rauschende Aist. Dazu ein „Ensemble“ von rund 60 engagierten Leuten!

Wenn dann noch ein kreativer Regisseur die Sache in die Hand nimmt, dann entsteht eine Freiluftaufführung wie Ferdinand Raimunds „Der Bauer als Millionär“. Premiere als Auftakt der Aistfestspiele war am vergangenen Freitag.

Wie berichtet, hat der neue Bruckmühle-Chef Richard Maynau sozusagen „mitten in die Landschaft“ eine fixe Naturbühne eingebaut, rechts hoch aufragendes Mühlviertler Gestein, links dichter Baumbestand. Zu abendlicher und nächtlicher Stunde – dank geschickter Beleuchtungseffekte – allein schon ein Erlebnis für das Publikum.

Doch genug der Äußerlichkeiten: Für die Raimund-Produktion hat Maynau – er führte auch Regie – mehr als 30 Schauspielerinnen und Schauspieler von Theatergruppen aus Engerwitzdorf, Gutau, Hagenberg, Wartberg, Unterweitersdorf und Pregarten engagiert. Dazu kommen noch ebenso viele Back-Stage-Menschen, die für die Musik, die Ausstattung und den reibungslosen Ablauf des Abends sorgen.

Mit erkennbarer Freude an der Sache dabei

Gespielt wird – von den Protagonisten bis zur kleinen Nebenrolle – mit erkennbarer Freude an der Sache, Leidenschaft und durchaus professionell. Auch daran könnte sich so manche „Berufsbühne“ ein Beispiel nehmen. Regisseur Maynau ist nicht der Versuchung erlegen, Raimunds Zaubermärchen um Reichtum, Liebe, Hass und letztlich Zufriedenheit pseudo-zeitgeistig zu „bearbeiten“.

Gelungene Regieeinfälle, Anspielungen auf das Mühlviertel und nicht zuletzt aktuelle Couplets – Stichwort Ibiza – bereichern das Ganze trotzdem. Und wenn ausgerechnet beim berühmten „Brüderlein fein …“ oberhalb ein Zug vorbeidonnert, dann unterbrechen die Darsteller und winken – originell einstudiert – den Zugpassagieren freundlich zu, um dann ihr Spiel fortzusetzen. Ein kleiner Gag, der beim Publikum gut ankommt und sich ebenso gut in den insgesamt gelungenen Theaterabend einfügt.

Weitere Vorstellungen: 28., 29. Juni, 4., 5., 6., 12. und 13. Juli, Beginn jeweils 20.30 Uhr

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