Brunei fordert von Europa „Respekt“ für Steinigungen

Gruppe steinigt Mnnchen
Gruppe steinigt Mnnchen © tunedin - stock.adobe.com

Das Sultanat Brunei verteidigt die international kritisierte Einführung der Todesstrafe durch Steinigung gegen Homosexuelle. Steinigungen als Strafe für gleichgeschlechtlichen Sex würden selten sein, da zwei Männer von „hohem moralischem Rang und Frömmigkeit“ als Zeugen erforderlich seien.

Im Hinblick auf den Wunsch des Landes, seine traditionellen Werte und seine „Familienlinie“ zu bewahren, fordere man „Toleranz, Respekt und Verständnis“, heißt es in einem Brief des Sultanats an das Europaparlament, aus dem die Zeitung „Guardian“ gestern zitierte. Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) ließ bislang VOLKSBLATT-Anfragen bezüglich ihrer Position zur Todesstrafe für Homosexuelle unbeantwortet.

Das Europaparlament hatte das Sultanat Brunei vorige Woche aufgefordert, die Todesstrafe für homosexuelle Männer unverzüglich wieder abzuschaffen. Insgesamt müsse das Strafrecht auf Grundlage der islamischen Scharia aufgehoben werden. Zugleich forderte es den diplomatischen Dienst der EU auf, Sanktionen gegen Brunei zu prüfen – etwa das Einfrieren von Guthaben in der EU oder Visaverbote.

Die neuen Gesetze hatten weltweit für Empörung gesorgt. Sie sehen auch die Amputation einer Hand bei Dieben vor. Wiederholungstätern soll zusätzlich ein Bein abgenommen werden. Vergewaltigung und Raub sind demnach ebenso mit dem Tod zu bestrafen wie Gotteslästerung. Homosexuellen Männern droht die Todesstrafe durch Steinigung. Frauen, die gleichgeschlechtlichen Sex haben, müssen mit 40 Stockhieben oder zehn Jahren Gefängnis rechnen.

Das Sultanat auf der Insel Borneo ist das erste Land in Ost- und Südostasien, das sich mit seinem Strafgesetzbuch am islamischen Recht der Scharia orientiert. Ähnlich halten es bereits einige Nahost-Staaten und Saudi-Arabien.

Wie ist Ihre Meinung?