Brustkrebs: Neues Gerät beschleunigt Diagnose

Ordensklinikum Linz Elisabethinen präsentiert Brustbiopsiesystem zur schnelleren Abklärung von verdächtigen Kalkablagerungen

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Brustbiopsie_Radiologie_IMG_6266_k.jpg © Ordensklinikum Elisabethinen

LINZ — Ein neues Biopsiegerät am Ordensklinikum Linz Elisabethinen ermöglicht es, dass Patienten mit Verdacht auf Brustkrebs seit bereits vier Monaten eine schnellere Diagnose erhalten können.

Mikrokalk kann eine Vorstufe von Brustkrebs sein. Werden solche verdächtigen Einlagerungen bei einer 3D-Mammographie entdeckt, müssen Brust-Gewebeproben an den Pathologen zur weiteren Abklärung geschickt werden. Bisher konnte es sein, dass in den entnommenen Proben keine für die Diagnose erforderlichen Mikrokalkspuren enthalten waren — dies war früher von der Radiologie nie direkt überprüfbar.

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Proben werden binnen acht Sekunden überprüft

Das neue Biopsiegerät ermöglicht mittels eingebautem Röntgen eine solche Überprüfung binnen acht Sekunden. Zum einen erspart dieses neue Verfahren dem Patienten unnötige Probeentnahmen und vor allem eine lange Zeit der Unsicherheit und des Wartens. Zum anderen ist ein Befund rascher möglich, weil das Pathologieinstitut nur noch relevante Proben auf den Tisch bekommt und nicht — wie bisher — vor der eigentlichen Untersuchung bis zu 20 „Blindproben“ auf mögliche Verkalkungen durchsehen muss. Bis jetzt wurden durch das neue 80.000 Euro teure Gerät etwa 30 Biopsien in Linz durchgeführt. Vier Werktage vergehen zwischen Probenentnahme und Diagnose des Pathologen. Das Ordensklinikum war das erste Spital in Österreich und das zweite in Europa mit dieser Innovation. „Wir haben hier eine Vorreiterrolle eingenommen. In einiger Zeit wird dieses Verfahren überall absoluter Standard sein“, so Primar Manfred Gschwendtner gestern in einem Pressegespräch. Mittlerweile seien vier weitere Geräte österreichweit im Einsatz. Statistisch gesehen ist jede zehnte Frau im Laufe ihres Lebens von Brustkrebs betroffen. Durch verbesserte Therapie und Vorsorgeuntersuchungen liegen bei Früherkennung die Heilungschancen bei 90 Prozent.