Bunte Frühlingsboten lassen grüßen

Der Frühling ist glücklicherweise von der Ausgangsbeschränkung wenig beeindruckt. Auf nahezu jedem Fleckchen Grün sprießen derzeit Schlüsselblümchen, Krokusse und da und dort auch mal die imposanten Märzenbecher. So wie das Osterfest stehen diese Frühlingsblüher für Aufbruch und neue Hoffnung. Als kleines Geschenk bringt uns die Natur zu dieser Zeit auch etliche Erkältungs- und Husten-Pflänzchen wie Huflattich, Veilchen, Lungenkraut und Schlüsselblume.

Schneerose © Gillhofer

Hustenstillendes Himmelschlüsserl

Die ersten drei Blüten vom Schlüsselblümchen, die man im Frühling findet, soll man essen. Dann wird man in diesem Jahr nicht mehr krank — besagt ein alter Volksglaube. Ob die gesundheitliche Vorsorge mit nur drei Blüten getan ist, sei dahingestellt. Aber immerhin sollen die Inhaltsstoffe des Schlüsselblümchens den Körper bei der Magnesiumaufnahme unterstützen und als schleimlösendes Mittel bei festsitzendem Husten wirken.

Die Saponine in der Pflanze verflüssigen den zähen Schleim und helfen so vor allem älteren Menschen oder Kindern, den Schleim leichter abzuhusten. Die Echte Schlüsselblume steht unter Naturschutz, daher sollte man beim Sammeln auf die Pflänzchen im eigenen Garten zugreifen oder Schlüsselblumentee in der Apotheke kaufen.

Den volkstümlichen Namen „Himmelschlüssel“ hat das Pflänzchen übrigens vom heiligen Petrus erhalten. Einer Legende nach soll Petrus im Himmel seinen Schlüsselbund fallen gelassen haben und dort, wo dieser auf die Erde traf, wuchsen Schlüsselblumen.

Weiße Blütensterne

Das Buschwindröschen ziert derzeit Waldränder und feuchte, schattige Plätzchen im Garten. In Laubwäldern bilden die zarten Pflänzchen oft regelrechte Blütenteppiche, die zum Verweilen und Bestaunen einladen. Das Buschwindröschen gehört zu den Hahnenfußgewächsen — ist also in allen Teilen giftig. Selbst der Pflanzensaft des sternähnlichen Blümchens kann Hautreizungen verursachen — daher sollte es wohl lieber beim Anschauen bleiben.

Beliebte Osterblume

Bei uns in Österreich Märzenbecher — in Deutschland Osterglocken: Die stolzen gelben Trompeter sind vor allem im hübschen Ostergesteck und auch im Garten als Blickfang beliebt. Das dekorative Zwiebelgewächs ist allerdings in allen Pflanzenteilen giftig. Werden Schnitt-Märzenbecher in Kombination mit anderen Blumenarten in die Vase gestellt, sollte man sie zuvor eine Weile in einer extra Vase „ausschleimen“ lassen, da der Pflanzensaft auch anderen Blumen nicht gut tut.

Schön und duftig

Wenn’s nicht duftet, ist es nicht das Echte. Genauer gesagt, das wohlriechende Veilchen — Viola odorata. Dennoch erfreut allein schon der Anblick der zarten lila Blüten — selbst wenn es „nur“ das Hain- oder Waldveilchen ist: Riecht zwar nicht, aber bezaubert immerhin mit dem Aussehen. Das echte Duftveilchen wartet neben seinem Wohlgeruch noch mit wertvollen Inhaltsstoffen auf, die in der Naturheilkunde bei Erkältungskrankheiten wie Bronchitis und Halsschmerzen genutzt werden. So können Veilchenblüten mit etwas Zucker im Mörser zerrieben und dann im lauwarmen Tee aufgelöst und getrunken werden. Zum Haltbarmachen kann der Veilchenzucker auch in Honig gemischt und dann löffelweise eingenommen werden.

Farbenfroher Fühling

Sie läuten mit ihren kräftigen Farben den Frühling ein: Wenn die Krokusse ihre gelben, weißen oder lila Köpfchen aus der Erde stecken und in voller Pracht aufblühen, freuen sich nicht nur Bienen und Hummeln. Sie wecken die ersten Frühlingsgefühle und lassen die Vorfreude aufs Osterfest steigen.

Sonnenanbeter und Hustenstiller

Leuchtend gelbe, sonnenähnliche Blüten, die zudem angenehm nach Honig duften, sprießen zu dieser Jahreszeit an trockenen Wegrändern, Schuttplätzen und aus kargen Böden: Der Huflattich ist bekannt für seine umfassende Wirkung gegen Husten, Kehlkopfentzündung und Bronchitis. Dennoch wird von der Wildsammlung abgeraten, da die Pflanze geringe Mengen an leberschädigenden Pyrrolizidinalkaloiden enthält.

Selten schöner Anblick

Einen ganz besonderen und eher seltenen Anblick, bietet die Schneerose im Wald. Auch als „Lenzrose“ bekannt, ist sie eine der ersten Frühlingsblumen — schon zarte Plusgrade sind ihr genug. Das giftige Hahnenfußgewächs zählt aber zu den geschützten Pflanzenarten und darf daher weder gepflückt noch ausgegraben werden. Das Betrachten der Schönheit und sich an ihr erfreuen ist aber erlaubt.

Blau und Rosa für Bienen

Wegen der zweifärbigen Blüten, die im Volksmund Hänsel und Gretel genannt werden, zählt auch das Lungenkraut zu den Frühblühern rund um Ostern. Bienen suchen gerne die rosa nektarreichen Blüten auf. Basierend auf der Signaturenlehre und dem hohen Gehalt an Schleimstoffen in den Blättern wird das Lungenkraut in der Volksmedizin zur Behandlung von Halsschmerzen und Husten eingesetzt. Allerdings sollte ein Erkältungstee mit Lungenkraut nicht länger als zwei Wochen und in Absprache mit dem Apotheker oder Arzt getrunken werden, da die Pflanze ebenso wie der Huflattich leberschädigende Alkaloide enthält.

Gelbes Prachtstück

Als besonders imposante Frühlingspflanze präsentiert sich die Sumpfdotterblume an Bachufern und feuchten Wiesen in leuchtendem Gelb und saftigem Grün. Auch hier gilt „nur bewundern“, da sie zu den gefährdeten Pflanzenarten zählt und zudem schwach giftig ist.

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