Burnout-Prophylaxe könnte Milliarden sparen

Niederschwelliges Angebot könnte Zahl der Fälle stark reduzieren – 44 Prozent gelten als belastet

Setzen sich für bessere Burn-Out-Prophylaxe ein: IWS-GF Gottfried Kneifel, Prof. Werner Schöny, Univ.-Prof. em. Friedrich Schneider, Elisabeth Derer und LR Markus Achleitner.
Setzen sich für bessere Burn-Out-Prophylaxe ein: IWS-GF Gottfried Kneifel, Prof. Werner Schöny, Univ.-Prof. em. Friedrich Schneider, LR Markus Achleitner und Elisabeth Dreer. © IWS

Burnout wird immer mehr zum Massen-Phänomen und -Problem. Wie Studien belegen, sind 44 Prozent der Bevölkerung zwischen 20 und 70 Jahren psychisch belastet. Das heißt zwar nicht, dass sie bereis erkrankt sind, aber das sie sich in einem problematischen Stadium befinden.

Wird in dieser Phase nicht gegengesteuert, können die Folgen gravierend sein. Wird zu spät eingegriffen, können Betroffene im Krankheitsfall auch ein halbes Jahr und mehr ausfallen. Greift man hier auch auf niederschwelliger Ebene ein und bietet Hilfe, könnte das nicht nur Leid verhindern, sondern auch volkswirtschaftlich enorm nutzen. Auf bis zu 12,8 Milliarden Euro schätzt eine Analyse von Experte Friedrich Schneider die Einsparungen für das Gesundheitssystem. Auch im wahrscheinlicheren Fall, dass nicht alle erreicht werden, könnten immerhin 2,9 Mrd. Euro eingespart werden.

Im Betrieb unterstützen

Für mehr Aufmerksamkeit für das Thema „Burnout“ etwa im Bereich der Betrieblichen Gesundheitsförderung wirbt auch Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner. Niederschwellige Hilfe sei hier wichtig, betonte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz Werner Schöny, der als Vorstandsvorsitzender von Pro Mente OÖ mit der Praxis vertraut ist. Dass Prophylaxe funktionieren kann, untermauert eine vom Institut Wirtschaftsstandort OÖ (IWS) in Auftrag gegebene Analyse: Demnach sank bei entsprechendem Mentaltraining zur Stärkung der psychischen Ressourcen die Burnout-Gefahr von Beschäftigten um 51 Prozent.

cs