C. Horak, R. Fuller: Britain’s Glory

Joseph Haydns englische Kanzonetten auf Gramola sind nicht nur wahre Schätze auf einem Tonträger, sondern gelten als eine echte Bereicherung für sein Gesamtschaffen. Wer führt sie noch auf? Und vor allem: Wer kann sie so grandios vortragen?

Die Wiener Sopranistin Cornelia Horak, eine gesuchte Opern- und Konzertsängerin, und der Wahlwiener Richard Fuller am Hammerklavier, machen es mit ihrer Gestaltung deutlich, dass der uns heute geläufige Kunstgesang seinen Vorreiter im Volkslied hatte.

Inhaltlich vermitteln Haydns Canzonettas — die Bezeichnung leitet sich vom italienischen Renaissance ab — pastorale Bilder und Liebesmotive, dazu kommen Meeres- und Jagdlieder. Aber auch textlich stehen die englischen Lieder absolut gleichwertig neben den deutschen der 1770er und 1780er Jahre.

Haydns Vertonungen berühren nicht nur musikalisch durch und durch emotional, sondern sie sind zudem von einer Reinheit in der Melodik, deren Farben, Tempi und Tonarten an die Größe Schubertscher Liedsammlungen heranreichen.

Man hört die britischen Kanzonetten mit Vergnügen in einem Zug durch bis zu der Überraschung in der letzten einzigen deutsch gesungenen Nummer, bei der es sich um eine anonyme Dichtung handelt, mit einer progressiven Musik, bei der man kaum den Komponisten Haydn erkannt hätte.

Hörprobe:

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