C&A bleibt bis Ende 2020 in Enns

Logistikzentrum mit mehr als 170 Mitarbeitern sollte ursprünglich schon 2019 schließen

Das Logistik- und Distributionszentrum von C&A in Enns soll nun doch noch bis Ende 2020 fortgeführt werden.
Das Logistik- und Distributionszentrum von C&A in Enns soll nun doch noch bis Ende 2020 fortgeführt werden. © APA/fotokerschi.at/Kerschbaummayr

Von Christoph Steiner

Es war eine Hiobsbotschaft im Sommer 2017 für die 215 Mitarbeiter im Logistikzentrum von C&A in Enns. Die Modekette kündigte damals die Schließung des Standorts bis zum Frühjahr des Jahres 2019 an, da dann das neue Zentrallager in der Slowakei in Betrieb genommen werden soll. Nun steht fest: Der Standort soll bis Ende 2020 voraussichtlich in vollem Umfang weitergeführt werden.

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Mitarbeiter sollen bleiben

Alle Beschäftigten sollen also bis dahin weiterarbeiten können. Es sei das Ziel, dass keiner der Mitarbeiter das Unternehmen vorzeitig verlässt, sondern alle bis zum Schluss bei C&A bleiben, bestätigte das Unternehmen dem VOLKSBLATT. Von den 215 im Juli 2017 beschäftigten Mitarbeitern sind aktuell noch 175 Personen in Enns tätig. Den Beschäftigten sollen aber auch weiterhin alle Alternativen offen stehen, stellt man klar.

Sozialplan weiter aktiv

Denn für alle Mitarbeiter wurde bereits mit März 2018 ein auch vom Land OÖ unterstützter Sozialplan aktiviert. Diesen könnten die Mitarbeiter weiterhin nutzen, betont man bei C&A. Sollte es Veränderungswünsche geben, so würde hier die Unterstützung greifen. „Wir wollen keinem unserer Mitarbeiter, der vorher schon einen neuen Job findet, im Wege stehen. Dass ist der Grund, dass jeder Mitarbeiter dann schon in den Sozialplan fällt und Geld bekommt“, so die Auskunft.

Werke laufen parallel

Trotz der Verschiebung des Schließungstermins für Enns soll das neue Werk in der Slowakei planmäßig 2019 übernommen werden, betont das Unternehmen. Die Verlängerung der Übergangsphase bei den Logistikzentren sei zur Minimierung der Risikofaktoren vorgenommen worden. Die beiden Standorte sollen also bis Ende 2020 parallel operieren, dann endet auch der Vertrag von C&A in Enns.

2017 schwierig für Enns

In Enns wirbelte im Sommer 2017 nicht nur die geplante Verlegung des Logistikzentrums gehörig Staub am Arbeitsmarkt auf. Nur kurz nach der C&A-Ankündigung musste die Mietwäsche-Firma Wozabal Insolvenz anmelden. Das Unternehmen beschäftigte in Enns damals rund 370 Mitarbeiter. Doch auch hier konnte das Schlimmste verhindert werden: Durch die Übernahme durch die Wiener Salesianer Miettex wurde der Standort gerettet.

Bei den neuen Eigentümern gibt man sich mit der Entwicklung des Standortes sehr zufrieden. Ein befürchteter Mitarbeiterabbau konnte verhindern werden. Viel mehr würden – wie auch an den anderen übernommenen Wozabal-Standorten – Mitarbeiter gesucht, erklärt das Unternehmen im VOLKSBLATT-Gespräch.

Noch keine Auswirkungen

Die bisher positive Bewältigung bestätigt man auch beim AMS. „Bislang gab und gibt es keine Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt im Bezirk Linz-Land bzw. die Region Enns“, so die Auskunft beim Arbeitsmarktservice OÖ. Durch den glimpflichen Ausgang bei Wozabal seien dort keine Auffangmaßnahmen nötig geworden. Hinsichtlich der kommenden Schließung bei C&A seien die Vorbereitungen zur Einrichtung einer Arbeitsstiftung aber bereist angelaufen, will das AMS für die Zukunft gerüstet sein.