Cameron Carpenter: Rachmaninoff, Poulenc, Vierne (Sony)

Der amerikanische Organist Cameron Carpenter (38) sorgte in der Orgelbauwelt 2014 für eine Sensation, als er sein erfundenes Instrument erstmals im Konzert präsentierte. Das International Touring Organ (ITO) braucht kein zentrales Orgelgehäuse, ist also transportabel, hat 200 Register, aber keine Pfeifen, ist nahezu wartungsfrei.

Vor allem aber sieht Carpenter einen ungeheuren Fortschritt im differenzierten Einsatz seiner Klangmacht, so dass er die spezifische Architektur des jeweiligen Saales kreativ nützen kann. So richtet er etwa das Programm je nach den elektroakustischen Gegebenheiten und der technisch möglichen Einrichtung des Raumes aus. Theoretisch eignet sich jedes Werk für eine Aufführung auf dem ITO. Praktisch bedarf es jedoch einer gewissen Bearbeitung für die Orgel.

Auf seiner dritten CD spielt Carpenter hinreißend Serge Rachmaninoffs Rhapsodie op. 43 über ein Paganini-Thema, eine Weltpremiere 2018 in Begleitung des Konzerthausorchesters Berlin unter Christoph Eschenbach, dessen Pioniergeist ihn zum idealen Musizierpartner für den Organisten macht.

Das Konzert für Orgel, Streicher und Pauke g-moll von Francis Poulenc bestätigt diesen Eindruck und spätestens das Finale der ersten Orgelsymphonie d-moll von Louis Vierne entlässt den Hörer in die neue faszinierende Klangwelt einer Orgel vielleicht für die Zukunft.

Wie ist Ihre Meinung?