Carl Orff Edition

Zum heurigen 125. Geburtstag von Carl Orff (1895-1982) hat Deutsche Grammophon eine attraktive Catalogue Box mit elf CDs seiner Werke veröffentlicht.

Es sind bereits bestehende Aufnahmen aus den Jahren 1944 bis 1973, von denen so manche Klassikfreunde schon sicher einige im Regal haben und trotzdem in dieser geballten Form als eine Art Ehrenrettung für den bayerischen Komponisten zu werten sind, würdigen sie doch ausführlich seine vielseitige Beschäftigung mit und Verdienste um die Musik.

Orff ist nämlich punkto Aufführungen ein Sonderfall in der neueren Musikgeschichte. Nach seinem Sensationserfolg mit Carmina Burana 1937 und zwei Jahre darauf bei den Märchensujets in „Der Mond“ oder „Die Kluge“ ebenfalls mit Welterfolgen gesegnet, ist es ziemlich still geworden um den Komponisten. Dabei ist der typische Orff-Stil absolut zugänglich. Rhythmisch betont, melodisch, volkstümlich-fasslich, alternierend zwischen Sprache und Gesang und vielfach auch erklärbar aus der Bindung an seine Heimat.

Erst der Zugriff auf die antike Mythologie, z.B. in „Antigonae“ nach Hölderlin (1949) oder „Oedipus der Tyrann“ (1959) steigerte das ihm angemessene Ansehen. Vor allem imponierte hier auch die archaische Schlichtheit der kompositorischen Aussage.

Am Pult standen große Interpreten seiner Werke, darunter auch Herbert von Karajan, der mit dem letzten Theateropus „De temporum fine comedia“ (CD 10) für Orff 1973 noch einen Salzburger Festspielerfolg erzielte. Als unvergessen gilt sein didaktisch-pädagogisches Schulwerk das Schlagzeug-reiche „Orff-Instrumentarium“ aus den Dreißigerjahren, das heute noch im Musikunterricht eingesetzt wird.

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