Cayman Islands, USA und Schweiz vorne im Schattenfinanzindex

Laut Ranking der Tax Justice Networks und der globalisierungskritischen NGO Attac haben die Cayman Islands und die USA besonders intransparente Finanzsysteme und locken so zahlreiche Steuerbetrüger an. Die beiden Länder haben damit erstmals die Schweiz vom ersten Platz verdrängt, die nun auf Rang 3 liegt. Österreich konnte sich immerhin um einen Platz von Rang 35 auf 36 etwas verbessern.

Der Schattenfinanzindex wird alle zwei Jahre erstellt, die heurige Auflage ist die sechste und inkludiert 133 Länder. Der Index setzt sich aus dem Geheimhaltungswert eines Landes sowie der Größe des Finanzplatzes zusammen. Österreich gilt dabei als kleiner Finanzplatz. Die Miteinbeziehung der Größe des Finanzplatzes sei insofern wichtig, da dies ein “besseres Bild vom tatsächlichen Anteil am Problem der illegitimen und anonymen Finanzströme” biete, hieß es in der Analyse. “Denn große Finanzplätze mit vergleichsweise geringer Geheimhaltung richten mehr Schaden an als kleine Finanzplätze mit großer Geheimhaltung.”

Der Index setzt sich aus den vier Bereichen “Registrierung von Eigentum”, “Transparenz von Unternehmensinformation”, “Steuersystem und -verwaltung” sowie “Internationale Standards und Zusammenarbeit” zusammen. Herausgegeben wird das Ranking in Österreich von Attac gemeinsam mit dem Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation (VIDC).

Die größten Mängel orten Attac und das VIDC für Österreich bei der Transparenz von Eigentum und Unternehmen. Zwar seien Firmen- und Grundbuch öffentlich, aber nicht gratis und auch Auskünfte über Eigentümer von Unternehmen, Stiftungen und bestimmten Treuhandschaften bekomme man nicht kostenlos – dadurch werde der öffentliche Zugang beschränkt. Kritisiert wird auch der Umgang mit internationalen Konzernen: “Überdies gehört Österreich noch immer zu jenen Ländern, die sich dagegen sträuben, dass multinationale Konzerne öffentlich berichten müssen, wo sie tätig sind und wie viel Steuern sie dort bezahlen”, so Martina Neuwirth vom VIDC laut Aussendung. Gut schneide Österreich dagegen bei der internationalen Zusammenarbeit ab, da sich das Land am automatischen Datenaustausch der Steuerbehörden beteilige.

Zum ersten Mal seit Erhebung des Rankings (2009) liege überdies die Schweiz nicht an erster Stelle, sondern wurde von den Cayman Islands und den USA auf den dritten Platz verdrängt. Geholfen habe der Schweiz, dass die dortigen Steuerbehörden deutlich mehr Daten automatisch mit anderen Ländern austauschen würden als vorher, während für die Cayman Islands eine “deutliche Zunahme der Intransparenz” zu sehen gewesen sei. Für die USA kritisieren die Organisationen vor allem, dass das Land die Teilnahme am automatischen Informationsaustausch der Steuerbehörden verweigere, hieß es in dem Bericht. Eine deutliche Zunahme der Intransparenz habe es laut dem Ranking auch in Großbritannien gegeben. Das Land verschlechterte sich von Platz 23. auf den 12. Platz.

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