„Chance auf ein neues Abenteuer“

Die scheidenden Musicaldarsteller Ariane Schirasi-Fard und Riccardo Greco über ihren Abschied und neue Ziele

Ariana Schirasi-Fard und Riccardo Greco © Peter Philipp, Andreas Röbl

Von Melanie Wagenhofer

Sechs Musicaldarsteller verlassen, wie berichtet, nach der aktuellen Saison das Linzer Landestheater. Die Publikumslieblinge Ariana Schirasi-Fard und Riccardo Greco sind zwei von ihnen. „Für mich schließt sich ein bisschen der Kreis: Wir haben zu siebt hier angefangen mit Musical und das ist meine siebte Spielzeit“, sagt Schirasi-Fard (32) auf die Frage, warum sie sich gerade jetzt dazu entschlossen habe. Vor allem aber sei es „die Chance auf ein neues Abenteuer“. Was das sein wird, darf sie noch nicht verraten, sie wird auf jeden Fall „nach Hause“, nach Wien gehen.

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„Ich kriege wegen meiner Kündigung von allen Seiten Rügen, was ich schön finde, weil es bedeutet, dass auch ich dem Theater und dem Publikum etwas bedeutet habe“, sagt die beliebte Musicaldarstellerin nicht ohne Wehmut. Sie habe hier viele Stücke und Rollen spielen dürfen, die ihr sehr viel bedeutet haben: „Was ich als Erfolg sehe, ist, dass wir das Genre Musical in Linz von einer anderen Seite zeigen konnten und können, in einer großen Vielseitigkeit.“ Im vergangenen Jahr hat Schirasi-Fard auch als Popsängerin einen Hit („Hold“) gelandet. Diese zweite Karriere will sie nun mit einem weiteren Titel fortsetzen, der am 5. April erscheint. „Dafür haben wir gerade in Linz ein Musikvideo gedreht.“ Sie verspricht, auch in Zukunft regelmäßig nach Linz zu kommen: „Ich möchte auf keinen Fall meine Zelte hier ganz abbrechen. Das Haus wird immer einen besonderen Stellenwert für mich haben.“

Riccardo Greceo (31) war fünf Jahre fixes Ensemblemitglied in Linz. Er habe sich nach all den Jahren, in denen er sehr viel gearbeitet habe, nach einer Pause gesehnt. Die Kündigung des Theatervertrages durch die Stadt Linz sei für ihn der letzte Tropfen auf dem heißen Stein gewesen, als er noch unsicher war, ob er kündigen soll.

Aus der ersehnten Pause wird nun doch nichts: Greco zieht im Juli nach Hamburg und fängt dort gleich an zu arbeiten. „Ich gehe in den Acht-Show-Betrieb, das bedeutet acht Shows pro Woche.“An seinem neuen Weg sieht er durchaus auch Nachteile. Auf dem freien Markt sei er künftig einer von vielen. Die große Zahl an unterschiedlichen Aufgaben, die er in Linz übernehmen habe dürfen, werden ihm fehlen: „Jetzt bin ich wieder der Schönling, der Heldentenor und Romantiker und nicht die dicke Mutter oder ein spannender böser Charakter.“

Schirasi-Fard und Greco wollen sich im Mai mit einem gemeinsamen Abend in der Blackbox vom Linzer Publikum verabschieden. Die allerletzte Gelegenheit, die beiden zu sehen, wird sich am 3. Juli bieten: Da geben beide ihre Abschiedsvorstellung in „Der Hase mit den Bernsteinaugen“.

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