Manfred Maurer

Meinung

von Manfred Maurer

Checkt er’s endlich?

Die Amis, genauer: die Trumpisten, sind also „begeistert“, wenn am 31. Oktober in Teilen Europa das Chaos ausbricht, weil Boris Johnson notfalls auch ohne Austrittsabkommen mit dem Kopf durch die Brexit-Wand will. Die Freude der Trump-Administration über die Scheidung der Briten von der EU ist bekannt. Auch, dass der US-Präsident den neuen britischen Premier für Londons besten Mann hält.

Die von US-Sicherheitsberater Boltons im Hinblick auf einen Halloween-Brexit geäußerte Begeisterung sollte allerdings selbst den EU.feindlichsten Briten zu denken geben.
Ist Trump etwa begeistert, weil er glaubt und hofft, dass Britain ohne EU „great again“ wird? Das würde überhaupt nicht in seine Denke passen. Vielmehr geht es Trump darum, möglichst schwache Partner als Gegenüber zu haben, um sie beim Deal-Making besser über den Tisch ziehen zu können.

„Wenn Trump begeistert ist, sollten die Briten alles andere als begeistert sein.“

Insofern ist auch Boltons Angebot, Verhandlungen über ein bilaterales Handelsabkommen sektoral aufzusplitten, eine gefährliche Drohung: Trump wird dort, wo es für ihn von Vorteil ist, einen Abschluss anbieten, und die Briten in anderen Bereichen zappeln lassen, sprich: erpressen.

Daher. Wenn Trump begeistert ist, sollten die Briten alles andere als begeistert sein.
Checkt Boris das? No, definitely not!

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