Chinesen investieren weniger in Europa

Die Anzahl und das Volumen der chinesischen Firmenübernahmen in Europa ist weiterhin deutlich rückläufig, auch wenn es zuletzt wieder mehr Dynamik gegeben hat. Diese könnte aber durch den Coronavirus wieder ausgebremst werden. In Österreich gab es 2019 erstmals seit 2010 keine Übernahme durch Chinesen, 2018 waren es laut Beratungsunternehmen EY noch drei, 2017 fünf übernommene Unternehmen.

Die Zahl der Transaktionen sank 2019 europaweit im Vergleich zu 2018 von 196 auf 182. In Summe wurden im vergangenen Jahr 17,3 Mrd. Dollar (15,57 Mrd. Euro) investiert – nach 31,2 Milliarden Dollar 2018. Das entspricht einem Rückgang von über 55 Prozent.

Allerdings zogen die Aktivitäten in der zweiten Jahreshälfte wieder spürbar an. Die Zahl der Übernahmen stieg im Halbjahresvergleich von 83 auf 99. Vor allem beim Transaktionswert ging es aufwärts. Von 2,4 Mrd. Dollar in der ersten Jahreshälfte schnellte das investierte Kapital auf 14,9 Mrd. Dollar im zweiten Halbjahr hoch.

Im vergangenen Jahr gerieten gerade Industrieunternehmen wieder verstärkt in den Fokus chinesischer Investoren. Die Zahl der Deals im Industriesektor erhöhte sich von 39 im Jahr 2018 auf 56 im vergangenen Jahr. Rückläufig war hingegen das Engagement chinesischer Investoren im Finanz- und im Energiesektor, wo die Zahl der Deals von 18 auf zwölf bzw. von 16 auf fünf sank.

Die europaweit größten Investitionen waren im vergangenen Jahr die Übernahme der britischen Greene King-Brauereigruppe (einschließlich Pubs und Hotels) durch die Hongkonger CKA Gruppe mit einer Transaktionssumme von rund 5,6 Mrd. Dollar. Die zweitgrößte Transaktion war der Erwerb eines Fünf-Prozent-Anteils am Daimler Konzern durch den chinesischen Autokonzern BAIC – zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Deals entsprach das einem Börsenwert von 2,9 Mrd. Dollar. Auf dem dritten Platz folgt der Einstieg der Jiangsu Shagang Gruppe beim britischen IT-Anbieter Global Switch für 2,2 Mrd. Dollar.

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