Christchurch-Attentäter auch in OÖ unterwegs?

Foto aus Steyr auf Brenton T.'s Facebook-Seite — IS schwört Rache für Mord an Muslimen

War Brenton T. (rechts vor dem Gericht in Chrsitchurch) vor der Tat in Österreich: Fotos auf seiner Facebook-Seite (oben: Nationalbiblithek, unten Wehrgraben in Steyr) sind ein Hinweis. © AFP/Mitchell, Screenshot: archive.ph

Der rechtsextreme Attentäter von Christchurch soll vor einigen Monaten auch zweimal Österreich besucht haben. Sein mittlerweile gelöschtes, mit entsprechenden IT-Kenntnissen aber noch teilweise auffindbares Facebook-Profil enthält Fotos von mehreren Orten in Österreich. Zu sehen sind Motive aus dem Heeresgeschichtlichen Museum und der Nationalbibliothek in Wien, aus Friesach und Klagenfurt, Salzburg, Innsburck – und ein Bild vom Wehrgraben in Steyr…

Allerdings: Da Brenton T. selbst auf den Fotos nicht zu sehen ist, sind sie kein Beweis, dass er tatsächlich selbst an diesen Orten war. Mehrere Länder haben aber bestätigt, Reiseziel von T. gewesen zu sein, darunter die Türkei, Bulgarien und Israel. Der 28-jährige Australier sitzt nach dem Massenmord vom Freitag in Neuseeland in Untersuchungshaft.

Aus dem Innenministerium in Wien hieß es, es gebe „keinen Hinweis, dass der mutmaßliche Attentäter in Österreich gewesen ist“. Das Innenministerium prüfe aber, ob es Verbindungen des mutmaßlichen Attentäters nach Österreich gibt.

Oben: Nationalbiblithek in Wien, unten Wehrgraben in Steyr – © archive.ph

Nächste Woche wird sich das Parlament damit beschäftigen. Und zwar der ständige Unterausschuss für Inneres, teilte dessen Obmann Werner Amon (ÖVP) gestern mit. Auch die Minister für Inneres, Verteidigung und Justiz nehmen daran teil. „Auch wenn es sich derzeit um Gerüchte handelt, nehmen wir jede potenzielle Bedrohung unserer Sicherheit ernst”, versicherte Amon, dass den Regierungsparteien „rasche Aufklärungsarbeit“ ein wichtiges Anliegen sei. Über den Unterausschuss wird die Öffentlichkeit allerdings nicht informiert, er tagt geheim. SPÖ und die Jetzt-Partei wollen jedoch auch die Öffentlichkeit informiert haben – und fordern deshalb eine Erklärung von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) in der Nationalratssitzung nächste Woche „über die Bedrohungen, die aktuell von Rechtsextremisten in Österreich ausgehen“. Nach dem Attentat in Neuseeland müsse man „die Bedrohung von rechts besonders ernst nehmen“.

Mit einem islamischen Gebet gedachte das neuseeländische Parlament gestern der 50 Todesopfer des Anschlags auf zwei Moscheen. Premierministerin Jacinda Ardern begann ihre Rede mit der arabischen Grußformel „Salam aleikum“ („Friede sei mit Euch“) und .

IS-Audiobotschaft

Islamisten beeindrucken solche Gesten freilich nicht. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kündigte Vergeltung an. Die „Anführer der Ungläubigen“ hätten über die Opfer des „Massakers“ nur Krokodilstränen vergossen, sagte IS-Sprecher Abu al-Hassan al-Muhadschir in einer am Montagabend verbreiten Audiobotschaft. Die Tötungsszenen spornten die Anhänger des IS an, ihre Religion und ihre Glaubensbrüder zu rächen. Die Echtheit der mehr als 40 Minuten langen Botschaft konnte zunächst nicht überprüft werden. Sie wurde aber über die üblichen Kanäle des IS in den sozialen Medien verbreitet.