Christina Henry: „Die Chroniken von Rotkäppchen“

Man nehme Zutaten eines Märchenklassikers, vermische diese mit modernen Elementen aus Horror und Fantasy — fertig ist die Dystopie im Pulp-Format.

In „Die Chroniken von Rotkäppchen“ schickt Christina Henry ihre Heldin Red in einer von Todesviren verseuchten Welt „allein in den tiefen, tiefen Wald“, wo sie mit der Axt gegen Wölfe kämpfen muss.

Der aus bekannten Versatzstücken zusammengebaute Roman ist großer Unsinn, aber wohl auch großer Spaß für Genre-Fans. Die amerikanische Autorin hat mit „Chroniken von Alice“ — vielsagender Titel von Band eins: „Finsternis im Wunderland“ — Bestseller gelandet. Es folgten albtraumhafte Neuerzählungen von Peter Pan und der Meerjungfrau.

Nun ist es an Rotkäppchen, sich in einem Endzeitszenario auf den Weg zu ihrer Großmutter zu machen. Die Wölfe in dieser Rotkäppchen-Version sind Männer, die sich zu Milizen zusammengeschlossen haben, um zu plündern, zu morden und zu vergewaltigen. Sie lassen ihrem Rassismus freien Lauf, töten Reds Eltern, weil diese weiß und schwarz sind, und bekriegen sich mit dem Militär.

Vom Grimmschen Rotkäppchen bleibt in der Splatterorgie mit Survival-Action im Easy-Reading-Stil nicht viel übrig. Cool ist die junge Dame, trotz Beinprothese erweist sie sich als agiler als alle männlichen Figuren in der Geschichte.

Christina Henry: Die Chroniken von Rotkäppchen — allein im tiefen, tiefen Wald. Penhaligon, 400 Seiten, € 18,90

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