Chirurg soll Hunderte Kinder missbraucht haben: Prozess

Dreifacher Vater seit 2017 inhaftiert — 20 Jahre Haft drohen

In Frankreich steht ein früherer Chirurg vor Gericht, der Hunderte Kinder und Jugendliche missbraucht haben soll. Der erste Prozess gegen den 69-Jährigen eröffnete am Freitag in Saintes im Westen des Landes.

Bei dem Verfahren geht es zunächst um vier Mädchen, die der Arzt im Zeitraum 1989 bis 2017 missbraucht haben soll. Dem Mann drohen 20 Jahre Haft wegen Vergewaltigung, sexueller Übergriffe und Exhibitionismus. Das Schwurgericht ordnete den Ausschluss der Öffentlichkeit an.

Der frühere Arzt ist seit Mai 2017 inhaftiert. Die Ermittler fanden Aufzeichnungen des Mannes, die auf bis zu 250 Opfer im Laufe seiner rund 30-jährigen Berufstätigkeit schließen lassen. Die meisten waren zum Tatzeitpunkt minderjährig.

Opfer waren Buben und Mädchen

Der Chirurg praktizierte an verschiedenen Orten im Westen Frankreichs. In seinen Aufzeichnungen beschrieb er Sex-Szenen mit namentlich genannten Buben und Mädchen. Nach Angaben seiner Anwälte handelt es sich um „Fantasien“ des dreifachen Vaters. Der Mann hat einige Übergriffe eingestanden, bestreitet jedoch den Vorwurf der Vergewaltigung.

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Im Jahr 2005 war der Arzt wegen des Besitzes von Kinderpornografie verurteilt worden. Dennoch konnte er seinen Beruf weiter ausüben. Präsident Emmanuel Macron hat schärfere Regeln angekündigt, um in ähnlichen Fällen jeden Kontakt zu Kindern zu verhindern.

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