Zoo setzt sich für „Tannenzapfen auf vier Beinen“ ein

Schuppentiere, auch Pangoline genannt, sind die meist geschmuggelten Säugetiere der Welt

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Am Welt-Schuppentier-Tag am kommenden Samstag gibt es wenig Grund zur Freude. Denn Schuppentiere, auch Pangoline genannt, sind die meist geschmuggelten Säugetiere der Welt. Der Wiener Tiergarten Schönbrunn setzt sich für den Schutz dieser „Tannenzapfen auf vier Beinen“ ein.

„Der Körper der Schuppentiere ist fast vollständig mit Hornschuppen bedeckt. Bei Gefahr rollen sie sich ein, um ihren weichen Bauch zu schützen – eine effektive Strategie gegen natürliche Fressfeinde, nicht aber gegen Menschen. Denn sie können die regungslosen Kugeln ganz einfach aufsammeln“, erklärt Tiergarten-Direktor Stephan Hering-Hagenbeck. Der Zoo unterstützt seit Jahresbeginn ein Schuppentier-Schutzprojekt der „Pangolin Conservation & Research Foundation“ (PCRF) im Nordosten Namibias.

Trotz aller Bemühungen ist die Zahl der Schuppentiere im vergangenen Jahrzehnt stark zurückgegangen. Die Schuppen der Pangoline werden in einem unvorstellbaren Ausmaß in der traditionellen Medizin eingesetzt. Dabei bestehen diese lediglich aus Keratin, wie unsere Fingernägel. Auch die Wilderei zur Gewinnung von Buschfleisch trägt zum Einbruch der Populationen bei.

Hering-Hagenbeck betont: „Das Schuppentier-Projekt der PCRF wurde von Naturschutzbiologin Kelsey Prediger initiiert, um die in der Region lebende Bevölkerung für den Schutz der Schuppentiere zu gewinnen. Menschen, die ehemals Schuppentiere gejagt haben, werden zu Rangern ausgebildet, die die Tiere erforschen und schützen. Der Tiergarten finanziert fünf der aktuell 21 Ranger.“

Oft können geschmuggelte Schuppentiere noch gerettet werden. Fachwissen aus Zoos ist enorm wichtig, um die Tiere richtig zu pflegen und anschließend wieder in die Wildbahn zu bringen. Um Wissen über alle acht Schuppentier-Arten zusammenzubringen, organisierte der Tiergarten im Vorjahr einen Workshop in Südafrika. „Zur Rettung von Tierarten ist es wichtig, alle an einen Tisch zu bringen. Die Experten von Schutzprojekten und aus Tiergärten können vom Wissen wechselseitig profitieren. Wir müssen alle an einem Strang ziehen. Das fordert auch die Weltnaturschutzorganisation IUCN, die den Workshop mitveranstaltet hat“, erklärt Hering-Hagenbeck.

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