3,7 Millionen Österreicher engagieren sich freiwillig

Pflege überwiegend weiblich, Leitungsaufgaben in Vereinen männlich © APA/THEMENBILD/HELMUT FOHRINGER

3,73 Millionen Menschen setzen sich in Österreich ehrenamtlich in Vereinen, Kirchen, Organisationen und Initiativen ein oder helfen anderen Menschen informell. Das ist fast die Hälfte der Bevölkerung ab 15 Jahren, seit 2006 stieg der Anteil von 44 auf heuer 49,4 Prozent, berichtete die Statistik Austria am Montag, dem internationalen Tag des Ehrenamts. Die Bereitschaft sich unentgeltlich zu engagieren ist damit hoch, betonte Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Die Gründe für freiwilliges Engagement sind sehr unterschiedlich, zeigt die Statistik-Austria-Erhebung. 93 Prozent der Befragten möchten gerne helfen und fast ebenso viele haben Freude an der ausgeübten Tätigkeit (92 Prozent). 84 Prozent möchten gerne etwas Nützliches zum Gemeinwohl beitragen. Nur 5,5 Prozent wollen die Freiwilligentätigkeit als Chance nutzen, einen Job zu bekommen.

„In den letzten Jahren ist besonders das informelle Engagement stark gewachsen“, erläuterte Thomas. Dazu gehört etwa die Nachbarschaftshilfe. Der leichte Rückgang bei dem in Vereinen organisierten formellen Engagement dürfte dagegen wohl auch auf die eingeschränkten Vereinstätigkeiten während der Corona-Pandemie zurückzuführen sein.

An freiwilligen, unbezahlten Tätigkeiten beteiligen sich rund 1,9 Millionen Männer und 1,8 Millionen Frauen in Österreich. Die Betreuung oder der Besuch pflegebedürftiger Personen sowie die Hilfe bei unterschiedlichen Hausarbeiten wird überwiegend von Frauen erledigt. Der Bereich mit dem höchsten Anteil an Frauen ist „Religion und Kirche“ mit 60 Prozent. Der Anteil der Männer ist dafür bei Katastrophenhilfs- und Rettungsdiensten mit 79 Prozent deutlich höher.

Klare Unterschiede zwischen den Geschlechtern zeigen sich laut Statistik Austria bei der Wahrnehmung von Funktionen und Aufgaben innerhalb von Vereinen. So sind 69 Prozent der Männer mit einer Leitungsfunktion, etwa als ehrenamtliche Funktionäre, betraut, bei den Frauen sind es 31 Prozent. Dagegen ist das Geschlechterverhältnis bei unterstützenden Tätigkeiten ausgeglichen. 49,7 Prozent der männlichen und 50,3 Prozent der weiblichen Freiwilligen üben Basistätigkeiten, wie Sekretariatsarbeiten oder Spenden sammeln, aus.

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„Österreich würde ohne Ehrenamt nicht funktionieren, von der Freizeitgestaltung bis zum Rettungs- und Feuerwehrwesen“, betonte die für das Ehrenamt zuständige Staatssekretärin Claudia Plakolm (ÖVP) in einem Statement gegenüber der APA. „Um das Ehrenamt weiter zu stärken, überarbeiten wir als Bundesregierung das Freiwilligengesetz“, erläuterte sie. Diese Novelle soll im kommenden Jahr auf den Weg gebracht werden, hielt auch Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) in einer Aussendung fest. „Freiwilliges Engagement ist und bleibt eine wesentliche Stütze des gesellschaftlichen Zusammenlebens“, sagte er. Die freiheitliche Ehrenamtssprecherin Rosa Ecker forderte indes einen Versicherungsschutz für Freiwillige sowie die Rückerstattung der Mehrwertsteuer beim Kauf von für die Tätigkeit nötigen Gerätschaften.

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