Coronavirus: Erster bestätigter Fall in Vorarlberg

Der erste Vorarlberger Coronavirus-Patient ist ein junger Mann, der sich offenbar wie die erste Kärntner Patientin in Wien angesteckt hat. Er werde mit Husten und leichtem Fieber im LKH Hohenems behandelt, sein Zustand sei allgemein gut.

Seine Mutter arbeite als Lehrerin in einer Bregenzerwälder Schule und zeige ebenfalls Erkrankungssymptome, informierte Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) am Donnerstagnachmittag.

Der Mann (Jahrgang 1990) zeigte am vergangenen Sonntag Symptome und erfuhr nach seiner Rückkehr aus Wien in seinem Heimatort Mellau (Bregenzerwald), dass er in der Bundeshauptstadt mit einer am Coronavirus erkrankten Person in Kontakt gestanden war. Daraufhin meldete er sich am Mittwoch selbst über die Hotline 1450. Ein Test wurde veranlasst, am frühen Donnerstagnachmittag traf das positive Ergebnis ein, gaben Wallner, Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (beide ÖVP) und Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz bekannt.

Der Betroffene werde nun zunächst im LKH Hohenems betreut. Grundsätzlich vorgesehen ist, dass eine Aufnahme ins Krankenhaus nur bei schwerem Verlauf erfolgt. Weil es sich aber um den ersten Fall in Vorarlberg handle, mache man diese Ausnahme, sagte Rüscher: „Das handhaben wir auch zum Schutz des erkrankten Mannes so.“

Die Abklärungen, mit dem der Mann seit seiner Infizierung Kontakt hatte, seien bereits am Laufen, betonte Wallner. Er sei vermutlich seit Samstag früh infektiös, daher werde man sich auch mit den Behörden in Wien kurzschließen, wo der Mann sich zu dem Zeitpunkt noch aufhielt, stellte Grabher fest. In Vorarlberg hatte er jedenfalls Kontakt mit seinen Eltern. Die Mutter, die als Lehrerin arbeitet, zeige ebenfalls Symptome. „Bei ihr wurde bereits eine Probe entnommen, das Ergebnis wird bis morgen (Anm. Freitag) früh vorliegen“, sagte Rüscher.

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Sollte die Mutter ebenfalls am Coronavirus erkrankt sein, muss an der Schule abgeklärt werden, mit wem die Frau in Kontakt stand. Sollten viele Schüler und eventuell auch Kollegen betroffen sein, „kann es sein, dass die Schule 14 Tage Pause hat“, so die Landesrätin. Vorsorglich geschlossen werde die Schule aber nicht. Man gehe nach dem ganz normalen Prozedere vor.

Da der Mann mit dem Zug von Wien nach Vorarlberg reiste, könnten möglicherweise auch Mitreisende zu Kontaktpersonen geworden sein. Da der Erkrankte allerdings keinen reservierten Sitzplatz hatte, sei es schwierig, die Personen zu ermitteln, die sich in unmittelbarer Nähe des Mannes befanden. Sanitätsdirektor Grabher beruhigte: „Um sich anzustecken, muss zumindest 15 Minuten lang ein räumlicher Kontakt bestehen“, sagte er. Die Sorge bestehe nicht, dass nun der Großteil der Zugreisenden infiziert worden sei.

Grundsätzlich stellte der Landeshauptmann fest, dass der erwartbare Fall eingetreten sei. „Wir haben mit dieser Situation gerechnet und sind auf das Szenario seit Längerem gut vorbereitet“, so Wallner.

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