Fünf Frauen in Wien an einem Tag tot aufgefunden

Die Polizei musste den Tatort absperren © APA/GEORG HOCHMUTH

Insgesamt fünf gewaltsam ums Leben gebrachte Frauen sind am Freitag in Wien von der Polizei aufgefunden worden. In der Früh stieß die Exekutive in einer Wohnung in der Erdbergstraße in Wien-Landstraße auf eine tote 51-Jährige und ihre ebenfalls getötete 13 Jahre alte Tochter. Am späten Abend wurden in einem Rotlicht-Lokal in der Engerthstraße in Wien-Brigittenau drei erstochene junge Frauen vorgefunden. In diesem Fall wurde ein dringend Tatverdächtiger gefasst.

Was sich in dem kleinen Asia Studio abgespielt hat, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen, die das Landeskriminalamt übernommen hat. Die Landespolizeidirektion machte vor Ort vorerst weder Angaben zur Nationalität noch dem Alter der Opfer. Es dürfte sich um junge Asiatinnen handeln, die in dem Etablissement gearbeitet hatten, aber auch für Hotel- und Hausbesuche zur Verfügung standen. Die Tatortgruppe war noch kurz vor Mitternacht mit der Spurensicherung befasst, der Tatort war großräumig abgesperrt. Wie der Sprecher der Landespolizeidirektion, Philipp Haßlinger, unweit vom Tatort der APA erklärte, wiesen die Leichen massive Stich- und Schnittverletzungen auf.

Dringend tatverdächtig ist in diesem Fall ein 27-jähriger Mann, der vis-a-vis des Rotlicht-Lokals in einem Gebüsch von Beamten der Bereitschaftseinheit und des Stadtpolizeikommandos Brigittenau aufgespürt wurde. Der Mann, der leichte Schnittverletzungen aufwies, wurde festgenommen und in ein Spital gebracht. Vermutlich war er der letzte Besucher in dem Club – ob er dort Dienstleistungen in Anspruch genommen hatte oder sogleich mit einem Messer auf die Frauen losgegangen war, ist zur Stunde völlig unklar.

Die Polizei war um 21.00 Uhr von einem Passanten bzw. Anrainer alarmiert worden, dem eine Blutspur aufgefallen war, die sich vom Eingangsbereich des Lokals bis auf die gegenüberliegende Straßenseite zog. Dort stießen die Einsatzkräfte auf den 27-Jährigen. „Er wollte sich in einem Busch verstecken und hatte ein Messer in der Hand“, berichtete Haßlinger. Für die drei Opfer der Gewalttat kam jede ärztliche Hilfe zu spät. Angaben zum möglichen Tathergang und einem etwaigen Motiv gab es seitens der Polizei keine. Der Tatverdächtige wurde auch noch nicht formell als Beschuldigter befragt.

Die Verletzungen, deretwegen er in die Unfallabteilung eines Spitals eingeliefert wurde, dürfte er sich bei den Kampfhandlungen mit den Frauen, die sich zumindest teilweise gewehrt haben sollen, selbst zugefügt haben. Die drei Frauen dürften nach ersten Erkenntnissen das einzige Personal gewesen sein, dass sich zum Tatzeitpunkt in dem Etablissement aufgehalten hatte. Außer dem 27-Jährigen dürfte sich keine weitere noch lebende Person in dem Asia Studio befunden haben.

Noch keine Festnahme gibt es im Fall der getöteten Mutter und deren 13-jähriger Tochter in der Erdbergstraße. Die Mutter der 51-Jährigen hatte sich Sorgen gemacht und die Polizei verständigt, weil sie ihre Tochter nicht mehr erreichen konnte. Beamte öffneten Freitagfrüh die Wohnung und fanden die Frau und das Mädchen leblos im Vorraum vor. Als Todesursache gilt in diesem Fall stumpfe Gewalt, die beiden Opfer wurden womöglich erstickt oder erdrosselt. Gesucht wird der Ehemann bzw. der Vater, der seither von der Bildfläche verschwunden ist und insofern als möglicher Täter in Frage kommt. Die Fahndungsmaßnahmen erstrecken sich allerdings auf das gesamte familiäre Umfeld, hieß es dazu seitens der Landespolizeidirektion. Wie Polizeisprecher Haßlinger in der Nacht auf Samstag versicherte, werde „auf Hochtouren“ gefahndet. Hinweise zum Verbleib des Manns bzw. Vaters lägen zur Stunde nicht vor.

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