Nach Leichenfund in Wien: Opfer wurde erstochen

In dieser Wohnung kam der Mann ums Leben © APA/GEORG HOCHMUTH

Nach dem Leichenfund in einer Wohnung in Wien-Ottakring am Mittwoch erhärtet sich der Verdacht auf ein Gewaltverbrechen: Laut Obduktionsbericht kam der Mann durch Stiche in den Oberkörper ums Leben. Die Landespolizeidirektion Wien bestätigte zudem Medienberichte, wonach dem Opfer auch Gliedmaßen abgetrennt worden seien. „Aufgrund der Umstände besteht der Verdacht, dass es sich um einen Fall der organisierten Kriminalität handeln könnte“, sagte Sprecherin Barbara Gass der APA.

Die Identität des Mannes war am Freitag noch nicht geklärt. Das Landeskriminalamt Wien hat die Ermittlungen aufgenommen.

Während sich die Polizei mit Auskünften zu dem Fall ausgesprochen zurückhielt, vermuteten Wiener Medien wie die „Kronen Zeitung“, der „Kurier“ und die Tageszeitung „Österreich“ bzw. deren Onlineportal „Oe24.at“, dass die Spur zu serbischen und montenegrinischen kriminellen Organisationen führen könnte. Der Fall erinnere in seiner Methodik an die Vorgangsweise einer kriminellen Organisation rund um den im Dezember des Vorjahres zu lebenslanger Haft verurteilten mutmaßlichen Mafia-Paten mit dem Spitznamen „Dexter“, der aus Montenegro stammt. „Dexter“ soll zu besonders brutalen Methoden gegriffen haben, wenn er sich von Mitgliedern seiner Gruppe hintergangen fühlte. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Bei der zerschlagenen kriminellen Vereinigung, der „Dexter“ vorgestanden sein soll, handelte es sich um einen Zweig eines montenegrinischen Mafia-Clans, der von der Hafenstadt Kotor aus europaweit illegale Geschäfte tätigt – nicht nur mit Drogen, auch mit Waffen. Ein Mitglied des so genannten Kavac-Clan wurde im Dezember 2018 vor einem Promi-Lokal in der Wiener Wollzeile erschossen – dabei soll es sich um einen vom verfeindeten Skaljari-Clan in Auftrag gegeben Mord gehandelt haben.

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