Hunderte Kinderpornos gefunden: Zahnarzt am 12. Jänner vor Gericht

58-jähriger Linzer soll seit dem Jahr 2005 einschlägige Daten gesammelt haben – Bis zu zwei Jahre Haft und Berufsverbot drohen

Ein Linzer Zahnarzt, der im August am Landesgericht Linz nicht rechtskräftig wegen Weitergabe von Drogen an Minderjährige verurteilt worden war, muss am 12. Jänner 2021 erneut auf der Anklagebank Platz nehmen.

Enormer Datenfund

Nachdem eine Auswertung von Festplatten, USB-Sticks und CDs, die Polizisten in der Wohnung des Zahnarztes sicherstellten, an die 10.000 Fotos mit pornografischen Inhalten zutage förderten – auf 400 sollen Mädchen unter 18 bzw. 14 Jahren zu sehen sein -, brachte die Statsanwaltschaft Linz jetzt einen Strafantrag ein.

Die Anklage legt dem 58-jährigen Besitz von kinderpornographischem Material sowie Vergehen nach dem Datenschutzgesetz – er soll Mitarbeiterinnen ohne ihr Wissen beim Umkleiden gefilmt haben – zur Last.

„Im Falle einer Verurteilung drohen bis zu zwei Jahre Haft“, erläutert Pressesprecherin Ulrike Breiteneder im Gespräch mit dem VOLKSBLATT. Außerdem droht dem Mediziner in diesem Fall ein Berufsverbot durch die oö. Zahnärztekammer. Bereits im Februar hat die Standesvertretung ein Disziplinarverfahren eingeleitet, wartet aber den Ausgang des Strafverfahrens ab.

Bereits seit 2005 soll der Mediziner die einschlägigen Da- teien im Internet heruntergeladen oder in Form von CDs gekauft haben. Der Anwalt des Zahnarztes hatte nach der Auswertung des Datenmaterials kritisiert, dass diese von einem Techniker und keinem Mediziner vorgenommen worden sei. Dieser könne das Alter der Abgebildeten nicht bestimmen.

Von Heinz Wernitznig

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