Katholische Männerbewegung sorgt für sauberes Wasser in Tansania

Ein Brunnen in Kyankoma reicht für 9000 Menschen

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Sauberes Trinkwasser aus der Leitung ist für uns selbstverständlich. In vielen Regionen der Welt ist das nicht nur ein kostbares, sondern auch nicht verfügbares Gut. Bereits Jahre andauernde Dürreperioden in der Region Mara im Norden Tansanias haben die Lebensgrundlage der Bevölkerung zunichte gemacht.

85 Prozent der dortigen Bevölkerung ernähren sich davon, was sie ernten können. Ohne Wasser gibt es nichts zu essen, die Gefahr des Verhungerns ist groß. Frauen und Kinder sind oft stundenlang unterwegs, um irgendwo Wasser zu finden.

Die offenen Wasserstellen werden aber auch von Tieren genutzt, durch das schmutzige Trinkwasser gibt es viele Durchfallerkrankungen und Todesfälle vor allem bei Kindern.

Zusammen mit der tansanischen Partnerorganisation Grain to Grow Foundation (GGF) engagiert sich die entwicklungspolitische Organisation der Katholischen Männerbewegung, Sei So Frei OÖ, im Norden Tansanias.

Seit 2011 konnten mit Hilfe von regionalen Spezialisten 14 Tiefbohrbrunnen errichtet werden. Sauberes Wasser wird mit mechanischen Handpumpen aus 65 Metern Tiefe an die Oberfläche befördert. „Ein derartiger Brunnen versorgt rund 5000 Menschen“, schildert Franz Hehenberger, Geschäftsführer von Sei So Frei OÖ: „Dabei gilt in Tansania genauso wie bei uns, nur was etwas kostet, ist auch etwas wert. Daher kostet ein 20-Liter-Kübel Wasser 50 Tansania-Schilling (knapp 2 Cent). Kleine Händler, die Wasser von weit her liefern, verlangen das Zehnfache für das kostbare Gut. Für Familien, die den Kostenbeitrag absolut nicht aufbringen können, machen die Wasserkommitees, die den Brunnen verwalten, Ausnahmen.“

Wir haben jetzt Hoffnung, die Kinder sind gesund

Dorica Wiliam aus Masurura drückt ihre Dankbarkeit aus: „Früher waren die Kinder oft schwer krank. Sie haben verschmutztes Wasser getrunken. Heute sind sie gesund. Wir haben Hoffnung und können leben.“

Nach sicherem, sauberen Wasser sehnen sich auch die Bewohner von Kyankoma. Eine offene Wasserstelle, die auch von Rindern genutzt wird, ist derzeit die einzige Wasserquelle – auch für die 620 Schüler der Kiagata Secondary School. Ein Brunnen in der Nähe der Mittelschule wäre soll jetzt die Lebensqualität von 9000 Menschen verbessern. Bei einer Testbohrung stieß man in 55 Metern Tiefe auf sauberes Wasser, bis zu 4800 Liter pro Stunde können gefördert werden.

Dank der neuen Technik von Solarpumpen wird das Wasser vom Brunnenloch in einen 20.000-Liter-Tank auf eine vier Meter hohn Plattform gepumpt. Von dort treibt es die Schwerkraft durch Leitungen, so dass das Wasser an mehreren Stellen im Dorf entnommen werden kann, erläutert Hehenberger. Mit einer Spende von zehn Euro kann eine Familie eine ganze Woche mit Wasser versorgt werden, 90 Euro ermöglichen, den Brunnen einen Meter tief zu bohren und 210 kostet ein 400-Watt-Solarmodul.

Infos unter: ooe.seisofrei.at/wofuer/tansania

Von Michaela Ecklbauer

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