CO2-freie Stahlerzeugung

Testbetrieb in Linz gestartet – 18 Millionen Euro in Wasserstoffanlage investiert

V. l.: Bart Biebuyck (Executive Director FCH JU), Wolfgang Hesoun (Vorstandsvorsitzender Siemens), Wolfgang Anzengruber (CEO Verbund) und Herbert Eibensteiner (CEO voestalpine) vor der Pilotanlage
V. l.: Bart Biebuyck (Executive Director FCH JU), Wolfgang Hesoun (Vorstandsvorsitzender Siemens), Wolfgang Anzengruber (CEO Verbund) und Herbert Eibensteiner (CEO voestalpine) vor der Pilotanlage © voestalpine

Die derzeit weltgrößte Pilotanlage zur CO2-freien Herstellung von Wasserstoff hat am voestalpine-Standort in Linz ihren Betrieb aufgenommen und setzt damit laut voestalpine-CEO Herbert Eibensteiner „einen internationalen Meilenstein in der Entwicklung neuer Optionen für die Energieversorgung“.

Mit dem EU-geförderten Projekt „H2FUTURE“ erforscht die voestalpine gemeinsam mit dem Verbund, Siemens, Austrian Power Grid, K1-MET und TNO die industrielle Produktion von grünem Wasserstoff, der langfristig fossile Energieträger in der Stahlproduktion ablösen soll.

Kernstück der Pilotanlage ist das PEM-Elektrolysemodul mit sechs Megawatt Anschlussleistung. Wasser wird mit Hilfe von elektrischer Energie in seine Grundkomponenten Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Damit können 1200 Kubikmeter Wasserstoff pro Stunde erzeugt werden. „Wir freuen uns, diese neue Technologie im Rahmen dieses Projektes erstmals im Einsatz zu sehen“, sagte Siemens-Österreich-Chef Wolfgang Hesoun.

Verbund, Siemens und voest-alpine investieren je zwei Millionen Euro in die 18 Millionen Euro teure Pilotanlage. Zwölf Millionen kommen von der EU. Der Stahlerzeuger prüft jetzt die Umsetzbarkeit einer Hybridtechnologie von den bestehenden koks-/kohlebasierten Hochöfen und mit grünem Strom betriebenen Elektrolichtbogenöfen unter teilweisem Einsatz von grünem Wasserstoff.

„Diese Option würde bei entsprechender Wirtschaftlichkeit nach heutigem Stand zwischen 2030 und 2035 die unternehmensspezifischen CO2-Emissionen um rund ein Drittel reduzieren“, sagte Eibensteiner.

„Der Einsatz von grünem Wasserstoff ist eine Win-win-Situation für Energiewirtschaft und Industrie”, stellte Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber fest. Die Inbetriebnahme sah Bart Biebuyck von der Europäischen Kommission als „Beweis dafür, dass die Europäische Industrie gewillt ist, ihre Führungsrolle im Bereich Entwicklung und Kommerzialisierung von Elektrolyseuren beizubehalten.“

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