Cobin Claims brachte erneut Sammelklage gegen VW ein

Die Wiener Plattform Cobin Claims, die im VW-Abgasskandal Geschädigte sammelt und dann vor die Gerichte zieht, hat am Montag eine weitere Sammelklage eingebracht, diesmal am Landesgericht Feldkirch in Vorarlberg. Weitere Sammelklagen an weiteren österreichischen Landesgerichten wurden angekündigt. Eine Pilot-Klage in Wien hatte im März den Anfang gemacht.

Mittlerweile hätten sich mehr als 10.000 Privatpersonen und Firmen an die Cobin-Claims-Vereinsseite „dieselklage.at“ gewandt. Abertausende Ansprüche würden überprüft, um an der Sammel-Aktion teilnehmen zu können, Private genauso wie Kleinbetriebe oder börsennotierte Großunternehmen, teilte die Plattform am Mittwoch mit. Vor zwei Wochen war noch von rund 9.000 Betroffenen die Rede gewesen, die sich auf der Vereinsseite registriert hätten.

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Das Landesgericht Feldkirch habe die Klage angenommen und VW den Auftrag gegeben, auf die Klage zu reagieren, hieß es in der Mitteilung heute. „VW hat die Vorarlberger Käufer getäuscht, der bezahlte Kaufpreis war um 20 bis 40 Prozent überhöht, die Differenz wird zurückgefordert“, erklärte der Rechtsanwalt Benedikt Wallner: Zusätzlich werde in jedem Einzelfall auch das Feststellungsbegehren für künftige Schäden erhoben. „Das Softwareupdate ist keine Schadensbeseitigung, weil es zu einer Beeinträchtigung der Lebensdauer, Zuverlässigkeit und Instandhaltbarkeit von Motor, Rußpartikelfilter, Abgasrückführungsventil etc. führen kann.“ Manipulierte Fahrzeuge könnten nur mit Preisabschlägen wieder verkauft werden oder blieben überhaupt unverkäuflich. In knapp zwei Wochen werden erste Verjährungsfristen im VW-Abgasskandal schlagend.