Colson Whitehead: Die Nickel Boys

Colson Whitehead hat mit seinem Sklaven-Drama „Underground Railroad“ eines der wichtigsten Bücher der vergangenen Jahre zum Thema Rassenwahn geschrieben und dafür den Pulitzerpreis erhalten. In seinem neuen Roman „Die Nickel Boys“ thematisiert der Autor Missbrauch in US-Erziehungsanstalten. Im Klima des offen gelebten Rassismus waren Schwarze dort besonders schweren Erniedrigungen ausgesetzt.
Als Basis seiner Erzählung diente Whitehead ein Skandal um eine Schule für schwer erziehbare Jugendliche in Florida. Ehemalige Schüler der 50er- und 60er-Jahre berichteten über Schikanen und schwerste Misshandlungen, im Zuge der Nachforschungen wurden geheime Gräber am Gelände der „Besserungsanstalt“ entdeckt. Das ist auch Ausgangspunkt von Whiteheads fiktiver Geschichte: Auf dem Areal des Nickels, einer inzwischen stillgelegten Besserungsanstalt, werden Ungeheuerlichkeiten zutage gefördert. Es ist die Zeit der Bürgerrechtsbewegung, und der Teenager Elwood Curtis lauscht gebannt den Reden von Martin Luther King. Doch noch gelten die „Jim Crow Gesetze“ der Segregation …
Colson Whitehead: „Die Nickel Boys“, übersetzt von Henning Ahrens, Hanser Verlag, 224 Seiten, 23,70 Euro

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