Corona-Ampel: Nur noch der Süden ist gelb

So wie die Infektionszahlen langsam, aber stetig nach oben gehen, verdunkelt sich auch die Corona-Ampel schrittweise. Die zuständige Kommission hat am Donnerstag bereits sieben Bundesländer auf Orange gestellt, was hohem Risiko entspricht. Nur noch in Kärnten und der Steiermark herrscht mittleres Risiko, also gelb. Empfehlungen gab es nicht, da die Farbgebung – wie alle zwei Wochen üblich – in einem Umlaufbeschluss vereinbart wurde.

Entscheidend für die Farbgebung ist die Risikozahl, die zu einem hohen Anteil auf der Zahl der nachgewiesenen Infektionen beruht. Die höchste hat derzeit Wien mit 71,6 vor dem Burgenland mit 69,6. Ab 50 ist man im Bereich des hohen Risikos. Kärnten mit 49,5 und die Steiermark mit 47,9 bleiben nur noch knapp darunter. Insgesamt hat sich der Wert in sämtlichen Bundesländern verschlechtert. Oberösterreich und Vorarlberg wanderten neu in den orangen Bereich, in dem auch der Bundesstaat gesamt verharrt.

Das Prognosekonsortium hat zuletzt vorgeschlagen, sich mehr auf den Spitalsbelag zu konzentrieren, da die Infektionszahlen angesichts der unterschiedlichen Testfreudigkeit die Virusverbreitung nicht mehr zuverlässig abbilden. Dies zeigt sich auch diese Woche wieder. In Wien wurden mehr als 22.700 Tests pro 100.000 Einwohner abgenommen, in Tirol gerade einmal gut 3.300. Vermutet wird, dass die Dunkelziffer in den teststarken Ländern deutlich niedriger ist.

Was den Belag der Spitäler betrifft, weist das Burgenland sowohl auf Normal- als auch auf Intensivstationen den ungünstigsten Wert auf. Die Prognosen für die kommenden zwei Wochen gehen so gut wie überall von einem weiteren Anstieg aus, allerdings nicht in einen kritischen Bereich.

Ungünstig ist, dass der Trend bei den besonders gefährdeten Über-65-Jährigen derzeit sogar stärker nach oben geht als bei der Normalbevölkerung (13 bzw. sieben Prozent). Der Altersschnitt stieg vergangene Woche von 42,4 auf 43,3 Jahre an.

Bezirk mit der höchsten Inzidenz der vergangenen sieben Tage war Wien – wieder mit der Einschränkung der dort besonders häufig durchgeführten Tests – vor Oberpullendorf und Neusiedl/See. Das geringste Fallgeschehen wurde mit Ausnahme der kleinen Statutarstadt Rust in Voitsberg und Spittal an der Drau verzeichnet.

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