Corona-Ausreisekontrollen im Bezirk Neunkirchen enden

Die seit 25. März geltenden Corona-bedingten Ausreisekontrollen im Bezirk Neunkirchen enden. Am Dienstag wurde laut dem Dashboard der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) eine Sieben-Tages-Inzidenz von 114,7 gemeldet. Damit wurde die Marke von 200 zehn Mal am Stück unterschritten, was laut dem Erlass des Gesundheitsministeriums eine Aufhebung der Ausreisetests zur Folge hat. Die Maßnahmen treten laut Landespressedienst am Mittwoch um 0.00 Uhr außer Kraft.

Die Hochinzidenzgebietsverordnung der Bezirkshauptmannschaft war mit 25. März nötig geworden, weil die Sieben-Tages-Inzidenz im Bezirk Neunkirchen eine Woche lang in Folge über 400 pro 100.000 Einwohner lag. Am 24. März hatte der Wert noch 508 betragen. Bei Verlassen des Bezirks kontrollierte die Polizei, Personen mussten einen negativen maximal 48 Stunden alten Antigentest oder höchstens 72 Stunden alten PCR-Test vorweisen.

Seit Beginn der Ausreisetests wurden bis Dienstagfrüh im Bezirk Neunkirchen mehr als 32.000 Personen kontrolliert. Dabei gab es 1.066 Zurückweisungen und vier Anzeigen, teilte Polizeisprecher Raimund Schwaigerlehner auf Anfrage mit.

„Wir sind auf dem richtigen Weg, die erfreuliche Entwicklung im Bezirk Neunkirchen ist dafür der beste Beweis“, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Sie sprach sich erneut für eine Lockerung der Kriterien für die Aufhebung der Ausreisetests aus Hochinzidenzgebieten aus. Derartige Maßnahmen müssten für die Bevölkerung nachvollziehbar sein. Ihr Stellvertreter Stephan Pernkopf (ebenfalls ÖVP) pflichtete ihr bei: „Eine Änderung wäre logisch und sinnvoll.“ Nach der Forderung aus Niederösterreich, den Grenzwert für die Aufhebung der Maßnahmen von 200 auf 400 zu verdoppeln, hat das Gesundheitsministerium eine Änderung angekündigt. „Es ist Zeit, dass die Länder nun informiert werden“, forderte auch Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) eine praxisgerechtere Regelung. Gleichzeitig stellte sie fest: „Die Maßnahmen haben gemeinsam mit dem Lockdown ihre Wirkung gezeigt.“

„Das war ein gemeinsamer Kraftakt der Menschen im Bezirk Neunkirchen“, resümierte Neunkirchens Bezirkshauptfrau Alexandra Grabner-Fritz. Sie bat eindringlich: „Setzen wir das Erreichte nicht leichtfertig aufs Spiel! Halten Sie weiterhin die Maßnahmen ein und nutzen Sie die Teststraßen so intensiv wie bisher!“ Nur so könne ein neuerlicher Anstieg der Infektionen verhindert werden.

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Ausreisekontrollen finden nach wie vor in Wiener Neustadt sowie in den Bezirken Wiener Neustadt-Land und Scheibbs statt. Die Statutarstadt Wiener Neustadt liegt seit 13. April laut dem AGES-Dashboard bei der Sieben-Tages-Inzidenz unter der Marke von 200, der Bezirk Wiener Neustadt-Land seit 17. April. Der Bezirk Scheibbs übertraf die Schwelle erneut – am Dienstag wurde ein Wert von 241,5 registriert. Den niederösterreichweit höchsten Wert wies der Bezirk Zwettl mit 264,4 auf. Über der Marke von 200 lagen weiters die Bezirken Amstetten (223,1) und Melk (214,9).

In Wiener Neustadt wurden laut Polizei seit dem Beginn der Ausreisetests am 13. März knapp 96.000 Personen kontrolliert. Davon wurden 1.615 zurückgewiesen und 35 angezeigt. Im Bezirk Wiener Neustadt-Land mussten seit 25. März bei insgesamt mehr als 30.000 Überprüfungen 1.253 Personen wieder umkehren, sieben wurden angezeigt. Im Bezirk Scheibbs wurden bei 7.000 Kontrollen 477 Zurückweisungen und drei Anzeigen verzeichnet. Hier laufen die Überprüfungen seit 9. April. Insgesamt wurden in Niederösterreich aufgrund der Hochinzidenzgebietsverordnungen in den vier Regionen bei rund 165.000 Kontrollen 4.411 Zurückweisungen und 49 Anzeigen registriert.

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