Corona-bedingt können weniger Obdachlose in die Wärmestube

Maximal 20 Personen gleichzeitig – Dafür ist die Linzer Notschlafstelle während des Lockdowns den ganz Tag offen

Maximal 20 Personen können wegen der Corona-Krise derzeit gleichzeitig die Wärmestube in Linz aufsuchen und das nur mit einem ausgeklügelten Hygienekonzept – das Foto ist vor der Corona-Pandemie entstanden. Im Bild Klaus Schwarzgruber, Leiter des Tageszentrums für Wohnungslose bei der Essensausgabe.
Maximal 20 Personen können wegen der Corona-Krise derzeit gleichzeitig die Wärmestube in Linz aufsuchen und das nur mit einem ausgeklügelten Hygienekonzept – das Foto ist vor der Corona-Pandemie entstanden. Im Bild Klaus Schwarzgruber, Leiter des Tageszentrums für Wohnungslose bei der Essensausgabe. © Caritas

Nicht nur die derzeit vorherrschende Kälte setzt den Obdachlosen in Linz gehörig zu, sondern auch das Coronavirus hat ihre Möglichkeiten, sich bei eisigen Temperaturen aufzuwärmen, verändert.

An die Notschlafstelle wenden sich wie zu anderen Jahreszeiten auch etwa 60 Menschen, die auf der Straße leben – davon mehr als zwei Drittel Männer von 18 bis 80 Jahren.

In Zeiten des Corona-Lockdowns ist auch tagsüber geöffnet“, schildert Christian Gaiseder, Geschäftsführer vom Sozialverein B37, dem VOLKSBLATT. „Derzeit sind wir gut gefüllt. Wir achten natürlich auf die Abstände und jeder bekommt eine Schutzmaske.“

Fünf Streetworker sind wochentags in der Landeshauptstadt unterwegs, um Obdachlose an ihren typischen Treffpunkten, etwa in Parks, aufzusuchen. Wenn sie dennoch nicht im Warmen schlafen wollen, sollen sie zumindest einen guten Schlafsack bekommen.

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Beim Kältetelefon unter Tel. 0732/726767-560 (Di., Do. und Fr. von 10 bis 12 Uhr) oder per E-Mail: kaelteschutz@b37.at kann zudem jeder melden, wenn er glaubt, dass jemand Hilfe benötigt.

Mehr Corona-bedingte Obdachlose erwartet

Etwa 400 Wohnungslose werden außerdem in verschiedenen Wohnformen betreut. Befürchtet wird, dass die Zahl der Obdachlosen durch Jobverluste in Folge der Corona-Krise in den nächsten Monaten steigen könnte.

Drastisch reduzieren musste das Tageszentrum Wärmestube der Caritas Corona-bedingt ihr Angebot. „Zu uns dürfen jetzt nur 20 Personen gleichzeitig kommen, somit können wir zwischen 12 und 19 Uhr maximal 70 anstelle der sonst 100 Besucher pro Tag aufnehmen“, sagt Leiter Klaus Schwarzgruber.

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Die Wärmestube bietet eine Möglichkeit zu duschen, die Wäsche zu waschen und eine Ruhe- und Rückzugsmöglichkeit. Zudem wird Essen angeboten. „Viele, die noch einen Unterschlupf wie eine Gartenhütte oder eine gemietete Garage haben, holen es sich jetzt nur ab. Die Suppe ist gratis, darüber hinaus müssen 50 Cent bezahlt werden. Damit wir rasch merken, wenn die Betroffenen gar kein Geld mehr haben und wir ihnen noch mehr unter die Arme greifen müssen“, schildert Schwarzgruber aus dem Alltag. Ein Essen bekommen sie aber trotzdem.

Es wurde ein ausgeklügeltes Hygienekonzept, das sich an der Corona-Ampel orientiert, erstellt und bei jedem Handgriff genau darauf geachtet, dass es zu keiner Ansteckung kommen kann. Neben Einweg-Masken, gibt es auch Stoffschutzmasken, die in der Einrichtung gewaschen werden.

Von Michaela Ecklbauer

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