Corona-Fälle in oö. Schlachthöfen: Unternehmen sehen Infektionsketten geschlossen

Zehn Covid-19-Infektionen in Oberösterreich sind bei fleischverarbeitenden Betrieben aufgetreten. Die drei betroffenen Unternehmen zeigten sich im Gespräch mit der APA alle optimistisch, dass die Infektionsketten mittlerweile ausgeforscht seien und es zu keinen weiteren daraus resultierenden Fällen mehr kommen werde.

Alle betonten ihre hohe Bereitschaft zu testen und die strengen Hygienemaßnahmen.

Beim zum Handelskonzern Spar gehörenden Fleischverarbeiter Tann in Marchtrenk (Bezirk Wels-Land) gibt es laut Behörden fünf, laut Unternehmen vier Fälle. Die Betroffenen, die in der Verpackung arbeiten, seien seit mehr als einer Woche zu Hause, sagte eine Sprecherin gegenüber der APA, weitere Personen aus deren Umfeld seien in Quarantäne. Mittlerweile seien so gut wie alle der rund 190 Mitarbeiter am Standort getestet worden. Alle mit Ausnahme der bekannten Fälle waren negativ. Man gehe davon aus, dass die Infektionskette geschlossen sei, der Betrieb laufe daher normal – mit den ohnehin hohen Hygienebestimmungen, wie betont wurde – weiter.

Seitens der Firma Hubers Landhendl hieß es, es seien zwei Mitarbeiter betroffen, die allerdings im Büro tätig seien und nicht in der Produktion. Eine Person arbeite gar nicht mehr beim Unternehmen, die andere sei in Heimquarantäne, so ein Firmensprecher zur APA. Nichtsdestotrotz würden laufend Test bei den Mitarbeitern gemacht. Zudem gebe es seit Beginn der Pandemie strenge Hygieneauflagen im Werk, die seit März auch nicht zurückgefahren worden seien – etwa Maskenpflicht oder Desinfektion. Man gehe davon aus, dass die aktuelle Infektionskette geschlossen sei. Bei Hubers Landhendl am Standort Pfaffstätt sind rund 800 Mitarbeiter beschäftigt, die allerdings nicht alle in der Fleischproduktion arbeiten, sondern auch u.a. in der Logistik.

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Beim Fleischverarbeiter Großfurtner mit Sitz in Utzenaich wird betont, man habe sich freiwillig für Screenings gemeldet. Bei diesen seien dann drei Personen am Standort St. Martin im Innkreis positiv getestet worden. Man habe im Betrieb von Beginn an strenge Maßnahmen gesetzt wie Maskenpflicht und Fieberkontrollen. Die betroffenen Mitarbeiterinnen – sie waren symptom- und fieberfrei – dürften sich demnach privat infiziert haben. Sie arbeiten in zwei unterschiedlichen Abteilungen, die daraufhin vorübergehend geschlossen wurden bis alle Mitarbeiter dort getestet waren. Bis auf die drei bekannten Fälle seien alle negativ gewesen, hieß es. Mittlerweile seien die Abteilungen wieder offen und man gehe nicht davon aus, dass es durch diese Infektionskette zu weiteren Fällen kommen werde. Großfurtner beschäftigt insgesamt 600 Mitarbeiter, davon rund 400 im betroffenen Werk. Dort wurden bisher insgesamt 180 Tests durchgeführt, die restlichen sollen bis Dienstag erfolgen.

Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) forderte indes eine „rasche und umfassende“ Reaktion: „Ein Abwarten und Weiterarbeiten in Betrieben mit bestätigten Infektionen kann nicht gut gehen – mehrere Hundert Tote hat das in den USA gefordert, als Schlachthöfe dort trotz Infektionen offen blieben“, so VGT-Aktivistin Lena Remich in einer Presseaussendung am Montag. „Das Schlachtsystem muss umfassend hinterfragt werden“, es dürften keine öffentlichen Gelder dafür verwendet werden.

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